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Rheinland-Pfalz & Saarland"Kontrollierbar": Letzte Löscharbeiten bei Langscheid

16.08.2026, 14:51 Uhr
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Helfer konzentrieren sich nun auf verbliebene Glutnester. Während sich damit in der Vordereifel die Lage weiter entspannt, machen sich Brände jenseits der Landesgrenze in Rheinland-Pfalz bemerkbar.

Langscheid (dpa/lrs) - Rund 50 Hektar Natur in Flammen, insgesamt rund 650 Einsatzkräfte und zahlreiche freiwillige Helfer: Nach dem großen Wald- und Wiesenbrand bei Langscheid werden die Nachlöscharbeiten noch einige Zeit andauern. Der Brand gelte zwar als weitgehend abgelöscht, die Feuerwehr werde das Areal aber auch in den kommenden Tagen "intensiv kontrollieren und bewässern", teilte der Kreis Mayen-Koblenz mit.

Es sei nun kollektives Aufatmen möglich, sagte Timo Kanzinger (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vordereifel. "Man ist jetzt mittlerweile auch in der Phase, dass man sieht, dass alles kontrollierbar ist."

Hunderte seit Freitag bei Hitze im Einsatz

Das Feuer war am Freitag aus bislang ungeklärter Ursache ausgebrochen. Seitdem seien durchgehend etwa 200 bis 250 Einsatzkräfte vor Ort gewesen. Weil der Wind die Flammen immer wieder in andere Richtungen trieb, stand zwischenzeitlich auch eine Evakuierung der Ortschaften Langenfeld und Arft im Raum, in denen zusammen rund 900 Menschen leben. Im etwas abgelegenen Ortsteil Netterhöfe mussten 20 bis 25 Häuser evakuiert werden. Die Bewohner konnten aber später wieder zurückkehren.

Mit schwerem Gerät sowie mit Unterstützung von zwei Polizeihubschraubern kämpften die Feuerwehrleute gegen die Flammen. Hinzu kam nach Angaben des Kreises eine große Zahl von Spontanhelfern, "insbesondere Landwirte und Unternehmer aus der Region, die die Einsatzkräfte mit Fahrzeugen, Maschinen und bei der Wasserversorgung unterstützten". Im Einsatz waren unter anderem auch das Technische Hilfswerk (THW) und Forstleute.

Feuerwehrmann erleidet Herzinfarkt

Während der auch wegen der Hitze kräftezehrenden Löscharbeiten wurden 22 Einsatzkräfte verletzt. Sie trugen dem Kreis zufolge überwiegend leichtere Verletzungen davon oder hatten Erschöpfungserscheinungen. Es habe aber auch schwere Verbrennungen gegeben. Ein Feuerwehrmann erlitt am Freitagabend einen Herzinfarkt. "Er befindet sich weiterhin zur Behandlung im Krankenhaus, sein Zustand ist stabil", hieß es weiter. Insgesamt vier Menschen mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Rauch zieht von Belgien und NRW rüber

Der Waldbrand bei Langscheid war nicht der Einzige, der am Wochenende die Menschen in Rheinland-Pfalz beschäftigte: Die großen Feuer im Hohen Venn in Belgien sowie in Hürtgenwald in der nordrhein-westfälischen Eifel machten sich auch kilometerweit entfernt jenseits der Landesgrenzen bemerkbar.

Das Polizeipräsidium Trier teilte am Samstag mit, dass sich aufgrund der Brände Rauchwolken in der Region ausbreiteten, insbesondere in der Eifel und an der Mosel. An vielen Orten sei deutlicher Brandgeruch wahrzunehmen, teilweise liege Asche in der Luft. Es gingen deswegen nach Angaben der Stadt Trier am Samstag zwischen 13.00 Uhr und 18.00 Uhr rund 1.100 Notrufe ein. Wegen des Rauchs wurde am Samstag vorübergehend die Säubrennerkirmes in Wittlich unterbrochen.

Auch am Sonntag gingen Gefahreninformationen heraus, dass es "erneut in Teilen von Rheinland-Pfalz zu Rauch- und Brandgeruch kommen" oder auch Rauch durchziehen könne. Zudem hieß es: "Bitte prüfen Sie kritisch, bevor Sie einen Notruf absetzen, ob sich tatsächlich ein Brandereignis in Ihrer Nähe befindet."

Handarbeit in Langscheid nötig

In Langscheid müssen voraussichtlich in den kommenden ein bis zwei Tagen noch einzelne Glutnester kontrolliert und gelöscht werden. Drohnen sollen bei der Überwachung des Geländes helfen. Bei den Arbeiten ist aber auch direktes Anpacken gefragt: Neben Glutnestern müssten vor allem Wurzelbrände aufgespürt, freigelegt und teils in Handarbeit abgelöscht werden.

Bevölkerung soll Gebiet weiter meiden

Unterstützung bekamen die Feuerwehrleute am Wochenende unter anderem auch von Landesforsten Rheinland-Pfalz. Im Wald würden mit Großgerät unter anderem Schneisen angelegt, um die weitere Brandbekämpfung zu unterstützen.

Die abermals hohen Temperaturen stellten eine zusätzliche Belastung für die Einsatzkräfte dar, erklärte der Landkreis weiter. Deshalb seien auch Einheiten aus anderen Regionen vor Ort, um die Feuerwehrleute abzulösen und zu unterstützen - etwa aus dem Landkreis Ahrweiler sowie aus Kaiserslautern.

Erneut wies die Einsatzleitung darauf hin, dass keine weiteren Zivil- oder Spontanhelfer benötigt würden. Im Gegenteil: Die Bevölkerung werde gebeten, das Einsatzgebiet zu meiden und nicht eigenständig dorthin zu kommen.

Große Hilfsbereitschaft und Dankbarkeit

Zugleich bedankte sich Landrat Marko Boos ausdrücklich bei allen Einsatzkräften und Helferinnen und Helfern: "Mit welchem Engagement und teilweise bis an die Erschöpfungsgrenze hier gearbeitet wurde, verdient höchsten Respekt und Anerkennung."

Auch Bürgermeister Kanzinger von der Verbandsgemeinde Vordereifel ist beeindruckt von der Hilfsbereitschaft: "Das ist natürlich ein Riesenrückhalt, den man in der Gemeinschaft merkt."

Quelle: dpa

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