Hamburg & Schleswig-HolsteinRadwege in Schleswig-Holstein: Qualität oft unterschiedlich

Die vielfältigen Landschaften in Schleswig-Holstein laden zum Radeln ein. Doch nicht überall lässt es sich gleichermaßen gut radeln. So sieht ADFC bei vielen Radwegen Nachholbedarf.
Kiel (dpa/lno) - Mit steigenden Temperaturen und vielen Feiertagen lädt der Mai zum Radfahren ein. Schleswig-Holstein bietet dafür reizvolle und abwechslungsreiche Landschaften - ob auf dem Ochsenweg, in der Holsteinischen Schweiz, entlang der Elbe oder an den Meeren von Ost- und Nordsee. Tagestouristen, Bike-Packer und auch Fahrradfahrende aller Art kommen im nördlichsten Bundesland auf ihre Kosten.
So können sich laut dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) etwa Radrennfahrerinnen und -fahrer für Ausfahrten an die Radsportvereine im Land wenden. Für Mountainbiker steht dagegen mit dem Hütti-Trail in den Hüttener Bergen im Kreis Rendsburg-Eckernförde ein 15 Kilometer langer Rundkurs zur Verfügung. Grundsätzlich seien die Angebote für Mountainbiker aufgrund der Topografie im Land allerdings begrenzt.
ADFC: Qualität der Strecken variiert
Doch die Qualität der Strecken im Land variiert teils erheblich. Nicht nur entlang von Landes- und Bundesstraßen sind die Radwege laut dem schleswig-holsteinischen ADFC-Landesgeschäftsführer Jan Voß oft in schlechtem Zustand. Das zeige sich nicht nur an Wurzelaufbrüchen oder überwucherten Belägen – mancherorts fehlten Radwege sogar ganz.
Die Qualität hänge dabei stark von der jeweiligen Zuständigkeit für die einzelnen Abschnitte ab. Insgesamt schaffe es einen Mehrwert für alle Radfahrenden, die Radwege im gesamten Land aufzuwerten und auszubauen, betonte Voß. Denn Radtouristinnen und -touristen nutzten ebenso Alltagsradwege, wie Pendlerinnen und Pendler touristische Routen befahren.
ADFC: Land unterstützt beim Radtourismus
Positive Entwicklungen bei den Radrouten gebe es derzeit in der Region um die Schlei, sowie in den Kreisen Herzogtum-Lauenburg und Dithmarschen. So soll etwa der Ochsenweg - eine historische Verkehrsverbindung, die von Dänemark durch Schleswig-Holstein von Flensburg bis zur Elbe in Wedel führt - das Gütesiegel der Qualitätsradroute erhalten.
Die Fortschritte in diesen Regionen zeigen laut ADFC, dass gemeinsame Projekte aus Tourismus, allen Radfahrenden zugutekommen, da sie neben Touristikern auch Verantwortliche aus Kreisen und Gemeinden an einen Tisch bringen. Gerade im Bereich des Radtourismus unterstütze das Land gerade die kommunalen Verwaltungen, trotz klammer Kassen Geld bei Investitionen.
Dieser Schwung, so forderte der Verband, müsse das gesamte nördlichste Bundesland erfassen – nicht nur im Radtourismus, wo das Land bereits gut vorankommt, sondern bei allen Radwegen und dem Ausbau der Infrastruktur.
Investitionen in Radinfrastruktur
Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) betonte: "Ziel ist natürlich, die Radinfrastruktur immer weiter zu verbessern und auszubauen." So sollen mehr Menschen vom Radfahren begeistert werden - gute und sichere Radwege seien dafür die Grundlage. Das Bestandsnetz von Radwegen an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen umfasse zum Beginn des vergangenen Jahres laut dem Ministerium rund 5.360 Kilometer.
Auch 2026 fließen weiter Mittel ins Radverkehrsnetz. Das Ministerium plant rund 12,4 Millionen Euro für Neubauten, etwa 4,8 Millionen Euro für die Sanierung separat von Landesstraßen und rund 2,5 Millionen Euro für die Sanierung von Radwegen entlang von Landesstraßen. Zusätzlich können kommunale Projekte mit etwa 20 Millionen Euro aus Landes- und Bundesmitteln gefördert werden.