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ThüringenImmer weniger Schüler lernen Russisch - Das sind die Gründe

26.04.2026, 05:02 Uhr
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Die Zahl der Thüringer Schülerinnen und Schüler, die Russisch lernen, ist in den vergangenen Jahren eingebrochen. Inzwischen wird selbst Latein und Spanisch öfter unterrichtet.

Erfurt (dpa/th) - An Thüringens Schulen sitzen immer weniger Kinder und Jugendliche im Russisch-Unterricht. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Russisch-Schüler geradezu eingebrochen und hat sich seit dem Schuljahr 2021/2022 mehr als halbiert. Ob es an den sechs Fällen liegt, die Lernende in der russischen Grammatik bändigen müssen oder ob sich der russische Angriffskrieg auf die Ukraine negativ auf das Image des Russisch-Unterrichts ausgewirkt hat, lässt sich anhand von Daten aus dem Bildungsministerium nicht klären. Doch es gibt noch andere Gründe, die eine Rolle spielen dürften.

1. Immer weniger Russisch-Lehrer

Nach Angaben des Bildungsministeriums gibt es in Thüringen derzeit 897 ausgebildete Russisch-Lehrerinnen und -Lehrer. Allerdings bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die auch alle diese Fremdsprache im Schulalltag unterrichten, denn viele von ihnen haben noch eine Lehrbefähigung in einem zweiten Fach.

2. Weniger Angebot

Der Rückgang an Russisch-Lehrern führt zu weniger Angebot: "Angesichts der massiv gesunkenen Zahlen, Ausbildungszahlen und der Altersstruktur der im Thüringer Schuldienst beschäftigten Russischlehrkräfte setzt sich in den letzten Jahren ein rückläufiger Trend fort", schreibt das Bildungsministerium. Historisch bedingt sei das Angebot an Russisch-Unterricht in der Vergangenheit größer gewesen. Nach den Daten des Ministeriums sind 48 Prozent der Russisch-Lehrer älter als 60 Jahre, 44 Prozent sind älter als 50 Jahre. Es dürften also etliche Lehrkräfte für Russisch in den kommenden Jahren in den Ruhestand wechseln. Dann könnte das Russisch-Angebot in den Schulen weiter zurückgehen.

3. Entscheidung für andere Sprachen

Aus den Zahlen des Ministeriums lässt sich nicht herauslesen, ob das Interesse der Schülerinnen und Schüler, Russisch zu erlernen, generell abgenommen hat. Fakt ist aber, dass Russisch unter den am häufigsten von Schülern erlernten Sprachen mittlerweile von Latein und Spanisch überholt wurde. Am häufigsten lernen die Thüringer Kinder und Jugendlichen in der Schule neben Englisch noch Französisch.

Als erste Fremdsprache wird an Thüringer Schulen Englisch unterrichtet. Mit der zweiten Fremdsprache geht es in der Regel ab Klasse sechs los. Dann kann auch Russisch angeboten werden, was aber jede Schule selbst entscheidet anhand der verfügbaren Ressourcen und dem Interesse der Schülerinnen und Schüler.

Quelle: dpa

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