Hamburg & Schleswig-HolsteinSchiffsbohrmuscheln zerfressen Holzpfähle im Norden

Immer wieder zerstört die gefräßige Muschel im nördlichsten Bundesland Holzpfähle und Buhnen in Ostsee und Nordsee - auch auf Sylt. Mancherorts hilft dann nur eine Maßnahme.
Kiel (dpa/lno) - Für teils radikalen Zerfall sorgen Schiffsbohrmuscheln mancherorts an der Nordseeküste und Ostseeküste in Schleswig-Holstein. Das kann auch Folgen für den Küstenschutz haben. Als Abwehr vor den Muscheln werden daher einige Holzkonstruktionen mit einem besonders widerstandsfähigen Holz ersetzt: "Bei Erneuerungen von Holzbuhnen wird häufig das zu den Harthölzern zählende Eukalyptusholz eingesetzt", teilte eine Sprecherin des Umweltministeriums Schleswig-Holstein mit der Deutschen Presse-Agentur mit.
Schäden durch Muschel in List auf Sylt
In Kappeln (Kreis Schleswig-Flensburg) an der Ostsee hatte die Pfahl- oder Schiffsbohrmuschel vor einigen Jahren den Heringszaun zerfressen. Der marode Zaun musste erneuert werden.
Auch an der Nordsee sind in Häfen und im Küstenbereich immer wieder Buhnen, Poller oder Lahnungen von den gefräßigen Muscheln betroffen und werden zerstört, sagte ein Biologe der Schutzstation Wattenmeer der dpa.
In List auf Sylt waren vor 10 bis 15 Jahren die Holzpfähle ersetzt worden – "unter anderem waren sie von Bohrmuschel und der Bohrassel (Limnoria lignorum) geschädigt", teilte der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) der dpa mit.
Küstenschutzanlagen in SH oft aus Stein oder Beton
An den landeseigenen Küstenschutzanlagen an der Ostseeküste und Nordseeküste sind nach Angaben des LKN.SH keine Schäden durch die Schiffsbohrmuschel zu verzeichnen. "Buhnen und sonstige wasserbauliche Anlagen des Landes Schleswig-Holstein sind in diesem Bereich in der Regel aus Stein, Beton oder Stahlbeton hergestellt."