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Hamburg & Schleswig-HolsteinSenat setzt bei Wärmewende auf Wärmepumpen

16.06.2026, 15:11 Uhr
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Hamburg will bis 2040 klimaneutral sein. Ein Knackpunkt ist dabei der Wärmebereich. Was da mit welchen technischen Lösungen passieren muss, zeigt die Wärmeplanung des Senats, die nun vorliegt.

Hamburg (dpa/lno) - In Hamburg sollen nach Senatsplänen bis zum Jahr 2040 57 Prozent des Wärmebedarfs über zentrale Netze wie die Fernwärme gedeckt werden. Die restlichen 43 Prozent, die aber 78 Prozent des gesamten Gebäudebestandes ausmachen, sollen laut dem Hamburger Wärmeplan dezentral mit Wärme versorgt werden - mit Wärmepumpen als "Mittel der Wahl", wie Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) bei der Vorstellung des Plans im Rathaus sagte.

Der Plan bildet die Grundlage für das Erreichen der nach dem erfolgreichen Volksentscheid schon bis 2040 angepeilten Klimaneutralität der Stadt. Über interaktive Karten im Wärmeportal Hamburg wird gebäudescharf gezeigt, welche Art der Wärmeversorgung empfohlen wird.

Wärmeplanung ist nicht rechtsverbindlich

Mit dem Beschluss des Wärmeplans kam der Senat einem entsprechenden Bundesgesetz nach. Der Plan sei eine rechtlich zwar unverbindliche, aber strategisch wichtige Weichenstellung, sagte Fegebank. "Weil die Leute natürlich verlässlich wissen müssen, woran sie sind: Kommt die Fernwärme oder muss ich auf eine Wärmepumpe setzen." Ein Zwang erwachse aus dem Plan aber nicht.

Die Wärmenetze werden im Zielszenario vor allem für zentrumsnahe Gebiete und solche mit vielen Mehrfamilienhäusern ausgewiesen. Deshalb machen diese Gebiete zwar deutlich mehr als die Hälfte des Wärmebedarfs der Stadt aus, aber mit 22 Prozent nicht einmal ein Viertel ihres Gebäudebestandes. Am weniger bevölkerungsreichen Stadtrand sind häufig nur dezentrale Lösungen möglich.

Zur Verdeutlichung: Um die Klimaneutralität zu erreichen, müssen laut Plan bis 2040 221.000 Gebäude in Hamburg eine "zielkonforme Wärmeversorgung" haben - 21.000 über Wärmenetze, 200.000 über eine dezentrale Lösung, die ohne fossile Energieträger auskommt.

Im vergangenen Jahr lag der Anteil der mit fossilen Energieträgern erzeugten Wärme in der Stadt noch bei 83 Prozent. Bis 2030 soll er auf 57 und bis 2035 auf 30 Prozent sinken.

Fegebank: Bund lockt Menschen bei Energie in die Kostenfalle

Äußerst kritisch äußerte sich die Umweltsenatorin zur Energiepolitik der schwarz-roten Bundesregierung, die sie als Rollback bezeichnete. In Berlin werde suggeriert, "man eröffnet allen die absolute Freiheit in der Wahl der richtigen Heizmöglichkeit", sagte sie. "Bürgerinnen und Bürger hochgradig zu verunsichern und in eine Kostenfalle zu locken, halten wir für problematisch."

Die Preisanstiege nach Beginn des Iran-Krieges hätten gezeigt, "was die Abhängigkeit von fossilen Energien tatsächlich kostet", sagte Fegebank. Dass viele Bürger dies berücksichtigten, zeige die steigende Zahl neu angemeldeter Wärmepumpen.

Quelle: dpa

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