Hamburg & Schleswig-HolsteinSiegesserie hält an: "Spielen oben jetzt schon 'ne Rolle"

Die Siegesserie des FC St. Pauli hält an. Und mit jedem Erfolg rücken die Hamburger an die Aufstiegsplätze der 2. Bundesliga heran. Entscheidend ist die Defensive.
Hamburg (dpa/lno) - Heidenheims Trainer Frank Schmidt hieß den FC St. Pauli willkommen im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga. "Wer zehn Spiele gewinnt, kann noch ein paar andere aus den letzten sieben Spielen gewinnen", sagte er dem Sender Sport1. Zu seinem eigenen Leidwesen hatte er mit seinem 1. FC Heidenheim am Samstagabend beim 0:1 gegen die Hamburger erfahren müssen, dass sich der Kiez-Club und sein junger Trainer Fabian Hürzeler derzeit durch nichts und niemanden zu stoppen lassen scheinen.
Mit dem zehnten Sieg nacheinander stellte der FC St. Pauli den Zweitliga-Rekord des Karlsruher SC aus der Saison 1986/87 ein. Die Heidenheimer waren die bislang größte Herausforderung der Norddeutschen bei ihrer wundersamen Reise durch die Rückrunde - und sie haben sie bestanden. Spätestens jetzt ist aus dem Abstiegs- durch 30 Punkte nach der Winterpause ein Aufstiegskandidat geworden.
Vier Punkte trennen den FC St. Pauli (47 Punkte) noch von den Heidenheimern auf dem Aufstiegsrelegationsrang, sechs Punkte vom Hamburger SV auf Platz zwei. Allein Tabellenführer Darmstadt 98 scheint mit 58 Zählern enteilt zu sein.
"Wir spielen oben jetzt schon 'ne Rolle, das haben wir uns durch die letzten Wochen auch verdient", meinte Co-Kapitän Leart Paqarada. Torschütze Marcel Hartel (41. Minute) war etwas vorsichtiger: "Von Aufstieg zu reden, ist zu viel des Guten. Wir fahren gut damit, weiter von Woche zu Woche zu gucken."
Der Trainer ist sich der Situation genauso bewusst wie seine Spieler, will sie aber nicht überbewerten. Hürzeler predigt weiter Demut und Bescheidenheit. "Ich glaube, dass jeder Spieler bei uns die Tabelle lesen kann. Und trotzdem tun wir gut daran, uns auf unsere Dinge zu konzentrieren, auf unsere Prozesse, auf unsere Entwicklung", sagte der mit 30 Jahren jüngste Trainer im deutschen Profi-Fußball dem Sender Sky. Wenn die Mannschaft da oben noch hereinkommen wolle, "dann muss sie Spiele gewinnen. Und das geht nur durch harte Arbeit."
Gegen die bis dahin zu Hause ungeschlagenen Heidenheimer reichte ein Traumtor von Hartel in den Winkel nach einem Einwurf von Paqarada. "Beim Training am Donnerstag haben wir Abschlüsse geübt und da waren auch solche Schüsse dabei", meinte der Torschütze und Mittelfeld-Renner. "Da sind die Dinger reingeflogen und da habe ich heute gedacht, dass ich mal einen auspacke."
Genauso entscheidend wie sein Tor war eine erneut starke und souveräne Defensivleistung besonders nach der Pause - und das ohne den verletzten Abwehrchef Eric Smith. "Sie hat die mentale Stärke gezeigt, den Heidenheimer Druck auszuhalten", lobte Hürzeler seine Mannschaft für die Leistung gegen Zweitliga-Toptorjäger Tim Kleindienst und dessen Kollegen.
"Nur drei Gegentore in zehn Spielen - das ist Wahnsinn", staunte Paqarada selbst. Hartels Erklärung ist einfach: "Man sieht Woche für Woche, dass wir uns den Arsch aufreißen und alle Bock haben zu verteidigen, um die Null hinten zu halten." Was den Hamburgern damit noch gelingen kann, machte Heidenheims Trainer Schmidt klar und blickte voraus: "Sie spielen noch gegen Darmstadt und den HSV, da ist noch so viel möglich." Am 21. April geht es in den Volkspark zum Stadtderby, am 6. Mai nach Darmstadt.