Hamburg & Schleswig-HolsteinWas der Warnstreik am UKSH für Patienten bedeutet

Sieben Prozent mehr Gehalt – und ein Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte: Was hinter dem Warnstreik am UKSH steckt und warum am Dienstag bundesweit Universitäten betroffen sind.
Kiel (dpa/lno) - Patienten am Uniklinikum Schleswig-Holstein müssen sich am Dienstag und Mittwoch in Kiel und Lübeck auf Einschränkungen einstellen. Im Tarifstreit zwischen den Landes-Beschäftigten und den Bundesländern hat die Gewerkschaft Verdi für beide Tage Warnstreiks angekündigt. Betroffen sind demnach am Dienstag bundesweit Universitätskliniken.
Nach Gewerkschaftsangaben sind von den Warnstreiks neben dem UKSH auch Hochschulen und Studierendenwerke betroffen. Auch studentisch Beschäftigte in Schleswig-Holstein sind zu dem Protest aufgerufen. In Kiel und Lübeck sind Streikkundgebungen geplant.
Ein UKSH-Sprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, es gebe mit der Gewerkschaft eine Notdienstvereinbarung. Es könne voraussichtlich regulärer Krankenhausbetrieb stattfinden. "Wir sind gut vorbereitet." Sollten planbare Operationen jedoch verschoben werden, würden Patientinnen und Patienten darüber informiert.
Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr
"Beschäftigte aus Dutzenden Hochschulen und Studierendenwerken setzen an diesem Tag ein bundesweit starkes Zeichen in Richtung Arbeitgeber: Diese müssen sich bei den Tarifverhandlungen endlich bewegen", sagte Franziska Dieckmann, die bei Verdi im Norden für Hochschulen und Forschung in Schleswig-Holstein zuständig ist. Die Gewerkschaft will erreichen, dass der Tarifvertrag auch für studentische Hilfskräfte gilt.
Verdi und der Beamtenbund dbb fordern sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 300 Euro mehr. Insgesamt geht es um rund 2,2 Millionen Beschäftigte. Direkt verhandelt wird laut Verdi für mehr als 900.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder außer für Hessen, das eigenständig verhandelt. Das Tarifergebnis soll später auf die Landes-Beamtinnen und -Beamten und Versorgungsempfänger übertragen werden, so dass auch diese rund 1,3 Millionen Menschen betroffen sind.
Die Tarifpartner wollen ihre Verhandlungen am 11. Februar in Potsdam fortsetzen.