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HessenCSD in Frankfurt: Parade ohne Zwischenfälle

19.07.2026, 14:56 Uhr
Tausende-feiern-ausgelassen-in-Frankfurt
(Foto: Lea Winkler/dpa)

Frankfurts Straßen sind am Wochenende bunt – trotz queerfeindlicher Angriffe. Beim diesjährigen CSD wird die Demokratie gefeiert.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Mit Regenbogenflaggen, Musik und guter Stimmung ist die Parade zum Christopher Street Day (CSD) in Frankfurt nach Angaben der Polizei ohne Zwischenfälle verlaufen. Schätzungsweise 15.000 bis 17.000 Menschen nahmen am Samstag teil, wie eine Polizeisprecherin gestern sagte.

Hinzu kamen demnach zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer am Straßenrand. Im Vorfeld waren mehr als 10.000 Menschen zu der Demonstration erwartet worden.

Weitergefeiert wird heute bei einem Straßenfest zwischen Eisernem Steg und Untermainbrücke. Es soll noch bis Sonntagabend um 23.00 Uhr dauern.

Queerfeindliche Angriffe in der Nacht vor der Parade

Für die Parade am Samstag hatten sich nach Angaben der Veranstalter 120 Gruppen angemeldet und damit mehr als im Vorjahr. Der CSD steht in diesem Jahr unter dem Motto "Demokratie braucht keine Alternative". Das viertägige Programm hatte bereits am Donnerstag mit einem Straßenfest am Main begonnen. Insgesamt rechneten die Veranstalter mit rund 150.000 Besucherinnen und Besuchern.

Zum Auftakt wurde am Samstag bei einer Kundgebung am Römer die Regenbogenflagge gehisst. Anschließend zog die Parade durch die Innenstadt bis zum Main, wo weitergefeiert wurde. In der Nacht zuvor hat es in der Stadt jedoch queerfeindliche Übergriffe gegeben.

Ein 62-Jähriger wurde nach Polizeiangaben an einem Kiosk von einem Unbekannten mit einer Flasche geschlagen und leicht verletzt. Als der 62-Jährige ihn darauf ansprach, soll der Unbekannte dessen sexuelle Orientierung genannt haben und dann auf ihn losgegangen sein. Aus einer Gruppe heraus wurden zudem Glasflaschen auf den Eingang einer queeren Szenebar geworfen. Verletzt wurde niemand, an einer Scheibe entstand Sachschaden. Die Polizei fasste einen 21-Jährigen.

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) besuchte den CSD und verurteilte die Übergriffe. "Wir dürfen nicht zulassen, dass sich Menschen nicht frei bewegen können, nur weil sie offen ihre sexuelle Orientierung zeigen", sagte er laut einer Mitteilung vom Samstag. "Die Ereignisse aus letzter Nacht führen uns erneut vor Augen, dass queerfeindliche Gewalt ein reales und aktuelles Problem ist."

Demokratie im Fokus des CSD

Die Demokratie stand nach Angaben der Veranstalter im Mittelpunkt, da auf ihr Meinungsfreiheit, Handlungsfreiheit, Demonstrationsrecht und die Gleichheit vor dem Gesetz aufbauen. Doch sie stehe unter massivem Druck von allen Seiten. Die Teilnehmer wollen ihre Vielfalt feiern und sich für vollständige rechtliche Anerkennung sowie gesellschaftliche Akzeptanz einsetzen.

Quelle: dpa

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