HessenDLRG: Mehr Badetote in Hessen

Während bundesweit weniger Menschen in Gewässern ertranken, stieg in Hessen die Zahl der Opfer 2025 an. Woran liegt das?
Bad Nenndorf/Wiesbaden (dpa/lhe) - In Hessen sind im vergangenen Jahr mehr Menschen beim Baden oder Schwimmen ums Leben gekommen als im Jahr davor. Wie die Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) im niedersächsischen Bad Nenndorf mitteilte, starben 2025 in hessischen Gewässern 19 Menschen, 2024 waren es nur 12 gewesen. Deutschlandweit sank die Zahl der Badetoten den Angaben zufolge um 18 auf 393.
Was über die Todesfälle in Hessen bekannt ist
Geschlecht: Es kamen deutlich mehr Männer als Frauen im Wasser ums Leben: Das Verhältnis im Bundesland lag bei 15 zu 3, bei einem Opfer ist das Geschlecht nicht bekannt.
Ort: Elf Menschen ertranken in Hessen in Flüssen oder Bächen, sechs in Seen. Einen Todesfall gab es im Schwimmbad, zu einem liegen keine Angaben vor.
Zeitpunkt: Die meisten Todesfälle gab es im Juni und Juli, in den Monaten waren es jeweils vier. Weitere, einzelne Todesfälle gab es in jedem Monat zwischen März und September. Ein tödlicher Unfall ereignete sich im Januar.
Alter: Weil der DLRG in vielen Fällen keine Altersangaben vorliegen, können dazu nur bedingt Schlüsse gezogen werden. Die größte Gruppe in den Fällen, in denen das Alter bekannt ist, sind Menschen in den Zwanzigern.
DLRG fordert mehr Prävention und Schwimmlernangebote
Der Schlüssel zu geringeren Unfallzahlen liege in der Präventionsarbeit, sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. "Insbesondere Menschen, die nicht sicher schwimmen können, müssen für die möglichen Gefahren sensibilisiert werden." Auch Angler auf Booten, Paddler oder Segler seien leider "noch allzu oft unbedarft, was ihre eigene Sicherheit betrifft".
Daneben forderte die DLRG-Präsidentin weiter einen Ausbau der Angebote für das Schwimmenlernen – vor allem in den Schulen. "Unsere Kinder können mehrheitlich nicht sicher schwimmen, wenn sie die Grundschule verlassen", sagte sie. "Sie sind ein Leben lang gefährdeter am und im Wasser. Aus Sicht der DLRG ist das ein unnötiges Lebensrisiko."