Regionalnachrichten

HessenFrankfurt präsentiert Funde aus Römerzeit

18.03.2026, 16:42 Uhr
Mike-Josef-spricht-von-einem-einzigartigen-Zeitzeugnis-aus-der-fruehroemischen-Zeit
(Foto: Maik Reuß/Stadt Frankfurt am Mai)

Luxusgüter, Keramik und Münzen: Am Bolongaropalast in Frankfurt wurden Funde aus der Römerzeit präsentiert.

Frankfurt (dpa/lhe) - Die Stadt Frankfurt hat römische Funde präsentiert, die Archäologen am Bolongaropalast entdeckt haben. Dazu zählen unter anderem Luxusgüter wie Münzen aus Frankreich und Belgien sowie südgallische Keramik, teilte die Stadt mit. "Die gefundenen Gegenstände geben Aufschluss über den inneren Aufbau römischer Kastelle vor Ort", hieß es.

Unter dem Bolongaropalast liegen nach Angaben der Stadt die Reste einer einzigartigen römischen Fundstelle - "genauer gesagt das Lager der ersten Römer in Frankfurt am Main". Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) sprach von einem einzigartigen Zeitzeugnis aus der frührömischen Zeit. "Reste eines Militärlagers um das Jahr 0 sind auch überregional von Bedeutung. Anhand dieses Fundplatzes lässt sich nicht nur die Entwicklung und Ausdehnung des Römischen Reiches in unserem Gebiet nachverfolgen, sondern auch ein Stück Geschichte der Stadt Frankfurt."

Im Zuge der seit einigen Jahren dauernden Renovierungsarbeiten am Bolongaropalast waren laut der Stadt im anliegenden Palastgarten Ausgrabungen vorgenommen worden. Dabei seien die Funde entdeckt worden.

Josef: "Einzigartiges Zeitzeugnis aus der frührömischen Zeit"

"Wir alle haben Asterix und Obelix oder den Teutoburger Wald im Hinterkopf, wenn wir an die Eroberung Germaniens durch die Römer denken", sagte die Leiterin des Denkmalamts Andrea Hampel. Die archäologischen Ausgrabungen im Garten hätten bislang keine Hinweise auf kämpferische Handlungen oder Zerstörung finden können - sondern durch einheimische Keramik und Essgewohnheiten Hinweise auf Kontakt und Kooperation. "Für Frankfurt am Main müssen wir also unseren Blick auf die Zeit des ersten Kontakts zwischen Römern und "Frankfurtern" überdenken. Er war vielleicht weit friedvoller und neugieriger als bislang angenommen."

Den Angaben zufolge sind frührömische Lager ein Zeichen für die römische Eroberungspolitik unter Kaiser Augustus. In dem Lager in Höchst - ein strategisch kluger Posten- hätten sich die Römer nicht nur kurzfristig, sondern für mehrere Jahre eingerichtet, hieß es. Der Standort bot laut der Stadt etwa Zugang zu Nidda und Main, eine Erhöhung für perfekte Sicht, einen Anschluss an das Wegenetz und eine gute Verbindung zu anderen römischen Stationen.

Quelle: dpa

Regionales