HessenGeisterfahrer auf Hessens Autobahnen: Zahlen und Ursachen

Neun Unfälle durch Falschfahrer, ein Leichtverletzter, keine Toten: Das meldet das Landeskriminalamt für das vergangene Jahr. Im Vorjahr registrierte die Polizei 19 Unfälle und fünf Verletzte.
Kassel/Wiesbaden (dpa/lhe) - Falschfahrer sorgen auf Hessens Autobahnen immer wieder für Warnmeldungen und Unfälle. Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des ADAC Hessen-Thüringen beim Verkehrsdienst des Automobilclubs 286 Warnungen vor Geisterfahrern durch die hessische Polizei eingegangen.
Zu Unfällen kam es dadurch glücklicherweise selten. Laut dem Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) wurden auf Hessens Autobahnen 2025 neun durch Geisterfahrer verursachte Unfälle registriert. Dabei wurde demnach eine Person leicht verletzt - Schwerverletzte oder Getötete gab es nicht. Im Vorjahr waren dem HLKA zufolge 19 Verkehrsunfälle mit Falschfahrern aufgenommen worden. Dabei sei eine Person schwer verletzt worden, vier weitere Personen leicht. Todesfälle gab es demnach auch 2024 nicht.
Zwar ergebe sich damit im Vergleich dieser beiden Jahre ein Rückgang, hieß es. "Aufgrund der erfreulicherweise absolut geringen Zahlen von Unfällen durch Fahrten auf Bundesautobahnen entgegen der vorgegebenen Fahrtrichtung lassen sich daraus allerdings keine sinnvollen, allgemeingültigen Schlüsse ziehen, da schon wenige Einzelereignisse zu erheblichen prozentualen Steigerungen oder Rückgängen führen", erläuterte das HLKA.
Dunkelheit, schlechte Beschilderung, Alkohol
Der ADAC sieht verschiedene Gründe für Geisterfahrten. "Eine häufige Ursache ist das unbewusste falsche Auffahren auf die Autobahn zum Beispiel an Autobahnkreuzen und Rastanlagen", erklärt der Automobilclub. Bei Dunkelheit oder schlechter Beschilderung steige die Gefahr einer Falschfahrt in diesen Bereichen. "Unbeabsichtigte Falschfahrten können zudem durch Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss sowie altersbedingte Faktoren, wie Demenz oder Verwirrtheit verursacht werden."