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HessenHeimatgefühl per Nummernschild? Alte Kfz-Kennzeichen beliebt

07.08.2026, 04:02 Uhr
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(Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dp)

GN, DI, HU: Warum gerade diese Ortskürzel auf Auto-Kennzeichen in Hessen so beliebt sind und was sie über das Heimatgefühl verraten.

Berlin (dpa/lhe) - In Hessen setzen viele Autofahrer auf Kennzeichen mit besonderem Bezug zur Region. Seit 2012 dürfen Landkreise und kreisfreie Städte als Ortskennung auf den Nummernschildern zusätzliche Buchstabenkombinationen zulassen. Nach einer Zählung der Hochschule Heilbronn sind in dem Bundesland seither rund 587.400 Autos, Motorräder und Hänger mit den reaktivierten "Heimatkennzeichen" zugelassen worden.

Spitzenreiter mit 78.226 Zulassungen ist das Kennzeichen mit den Anfangsbuchstaben GN für Gelnhausen, gefolgt von DI für Dieburg (73.200) und HU für Hanau (57.299). Unter anderem auch Kennzeichen mit WZ für Wetzlar, SWA für Bad Schwalbach und WA für Waldeck wurden tausendfach ausgegeben.

Bundesweit sind den Angaben zufolge fast sieben Millionen Autos, Motorräder und Hänger mit "Heimatkennzeichen" zugelassen worden. Am häufigsten wurde davon mit gut 128.000 Fällen das Kennzeichen mit den Anfangsbuchstaben MO für Moers ausgegeben. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 59 Millionen zugelassene Fahrzeuge mit rund 800 verschiedenen Ortskennungen.

Heimatgefühl am Auto

BÜD für Büdingen, SLÜ für Schlüchtern, ZIG für Ziegenhain - die wiederbelebten Nummernschilder wecken bei vielen Bürgern Heimatgefühle, meint Studienautor Ralf Bochert. Er sagt: "Gerade über das Autokennzeichen und die damit verbundene Individualität ist ein Identitätsbezug gegeben, der vielen Menschen wichtig ist."

Nach dem Willen des Bundesrats könnte es bald noch kleinteiliger zugehen, wenn weitere Kommunen mit mindestens 20.000 Einwohnern eigene Kennzeichen ausgeben. Das hat die Länderkammer auf Antrag Hessens und Niedersachsens beschlossen und zur Umsetzung an die Bundesregierung weitergegeben. Ob und wann diese den Vorschlag umsetzt, ist bislang nicht bekannt.

Kein eigener Zulassungsbezirk mehr notwendig

Bislang sind vor allem alte, durch Gebietsreformen weggefallene Kennzeichen wieder eingeführt worden. Dabei gab es Hürden, etwa dass ein neuer, selbstständiger Kfz-Zulassungsbezirk gegründet werden musste. Dies soll nach den Vorstellungen der Länder künftig wegfallen.

Die Studie stützt sich nach Angaben der Hochschule auf Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes. Die Wiedereinführung früherer Ortskennungen stößt seit 2012 in vielen Regionen auf anhaltend großes Interesse.

Quelle: dpa

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