Rheinland-Pfalz & SaarlandMY, BIN, BKD – Heimatkennzeichen in Rheinland-Pfalz beliebt

Mehr als 266.000 Rheinland-Pfälzer fahren mit einem Heimatkennzeichen. Warum das Nummernschild für viele mehr als nur ein Stück Blech ist.
Berlin/Kassel (dpa/lrs) - In Rheinland-Pfalz sind Kfz-Kennzeichen mit Heimatbezug bei vielen Autofahrern beliebt. Seit 2012 dürfen Landkreise und kreisfreie Städte zusätzliche Buchstabenkombinationen als Ortskürzel auf den Nummernschildern zulassen. Nach einer jetzt vorgestellten Zählung der Hochschule Heilbronn sind in dem Bundesland seither rund 266.400 Autos, Motorräder und Hänger mit den reaktivierten "Heimatkennzeichen" zugelassen worden.
Spitzenreiter mit 96.217 Zulassungen ist das Kennzeichen mit den Anfangsbuchstaben MY für Mayen, gefolgt von BIN für Bingen am Rhein (34.733) und BKD für Bernkastel-Kues (28.795). Unter anderem auch Kennzeichen mit PRÜ für Prüm, DIZ für Diez und ROK für Rockenhausen wurden tausendfach ausgegeben.
Bundesweit waren laut der Studie fast 7 Millionen Autos, Motorräder und Hänger mit den 336 reaktivierten "Heimatkennzeichen" zugelassen worden. Am häufigsten wurde davon mit gut 128.000 Fällen das Kennzeichen mit den Anfangsbuchstaben MO für Moers ausgegeben. MY für Mayen belegt im bundesweiten Vergleich Platz drei. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 59 Millionen zugelassene Fahrzeuge mit rund 800 verschiedenen Ortskürzeln.
Heimatgefühl am Auto
SAB für Saarburg, GOA für Sankt Goar, ZW für Zweibrücken - die wiederbelebten Nummernschilder wecken bei vielen Bürgern Heimatgefühle, meint Studienautor Ralf Bochert. Er sagt: "Gerade über das Autokennzeichen und die damit verbundene Individualität ist ein Identitätsbezug gegeben, der vielen Menschen wichtig ist."
Nach dem Willen des Bundesrats könnte es bald noch kleinteiliger zugehen, wenn weitere Kommunen mit mindestens 20.000 Einwohnern eigene Kennzeichen ausgeben. Das hat die Länderkammer auf Antrag Hessens und Niedersachsens beschlossen und zur Umsetzung an die Bundesregierung weitergegeben. Ob und wann diese den Vorschlag umsetzt, ist bislang nicht bekannt.
Kein eigener Zulassungsbezirk mehr notwendig
Bislang sind vor allem alte, durch Gebietsreformen weggefallene Kennzeichen wieder eingeführt worden. Dabei gab es Einschränkungen, etwa dass ein neuer, selbstständiger Kfz-Zulassungsbezirk gegründet werden musste. Dies soll nach den Vorstellungen der Länder künftig wegfallen.
Die Studie stützt sich nach Angaben der Hochschule auf Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes. Die Wiedereinführung früherer Ortskennungen stößt seit 2012 in vielen Regionen auf anhaltend großes Interesse.