Niedersachsen & BremenPfleger soll demenzkranke Heimbewohnerin vergewaltigt haben

In einem Seniorenheim soll ein Pfleger, eine Bewohnerin vergewaltigt haben. Die Tat soll sich hinter verschlossener Tür ereignet haben. Welche Beweise haben die Ermittler dennoch?
Braunschweig (dpa/lni) - Ein Pfleger soll eine demenzkranke Frau in einem Seniorenheim im Landkreis Gifhorn vergewaltigt haben. Laut Anklage verschloss der Mann das Einzelzimmer der damals 69-Jährigen und ließ erst von ihr ab, als eine Kollegin versuchte, die Tür zu öffnen. In der kommenden Woche (Dienstag, 11. August) beginnt am Landgericht Braunschweig der Prozess gegen den 37-Jährigen aus Burundi.
Der Angeklagte soll im Oktober 2025 als Pflegekraft für die Bewohnerin des Heims in der Gemeinde Osloß zuständig gewesen sein. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft nutzte der Mann seine Tätigkeit bewusst aus, um sich potenziellen Opfern zu nähern, die ihm körperlich nichts entgegenzusetzen hätten und nicht in der Lage seien, ihren Gegenwillen zu äußern oder sich später jemandem anzuvertrauen.
Nach den Angaben der Ermittler konnte die Arbeitskollegin noch wahrnehmen, wie der Angeklagte seinen Gürtel schloss. Im Intimbereich des Opfers und des mutmaßlichen Täters wurden laut Staatsanwaltschaft jeweils DNA-Spuren gefunden. Dem in Untersuchungshaft sitzenden Angeklagten wird Vergewaltigung und sexueller Missbrauch von Hilfsbedürftigen in einer Einrichtung vorgeworfen.
Bisher hat sich der Mann nicht zu den Vorwürfen gegen ihn eingelassen. Bis zu einem rechtskräftigen Abschluss eines Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung.