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HessenMehr als 18.000 Iraner leben in Hessen – Fokus Rhein-Main

02.03.2026, 15:08 Uhr
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Rund 18.070 Menschen aus dem Iran leben in Hessen, besonders viele im Rhein-Main-Gebiet. Wie sie Hochschulen, Kultur und Beratungsstellen im Land mitgestalten.

Wiesbaden/ (dpa/lhe) - Mehr als 18.000 Iranerinnen und Iraner leben in Hessen, viele davon im Rhein-Main-Gebiet. Sie prägen unter anderem Kultur und Bildungslandschaft im Land mit. Zahlen und Fakten:

Höchste Konzentration an Iranern in Frankfurt

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes leben insgesamt 18.070 Menschen aus dem Iran in Hessen (Stand 31. Dezember 2024). Davon sind rund 47 Prozent weiblich. Insbesondere das Rhein-Main-Gebiet ist ein regionaler Schwerpunkt. Die größte Gruppe von Menschen iranischer Herkunft lebt mit 4.355 in Frankfurt, gefolgt von Wiesbaden mit 1.515 und dem Landkreis Gießen mit 1.205.

Das Durchschnittsalter der Menschen mit iranischer Herkunft in Hessen liegt bei 37 Jahren. Mit 5.665 iranischen Staatsangehörigen machen die 35- bis unter 45-Jährigen den größten Anteil aus, gefolgt von den 25- bis unter 35-Jährigen mit 4.065.

Platz fünf unter den ausländischen Studierenden

Studierende aus dem Iran bilden nach denen aus Indien, der Türkei, China und Pakistan die fünftgrößte Gruppe unter den ausländischen Studierenden in Hessen. Insgesamt 1.982 Iranerinnen und Iraner haben sich nach Angaben des Statistischen Landesamtes an Hessens Hochschulen zum Wintersemester 2025/2026 eingeschrieben. Das entspricht einem Anteil von 4,4 Prozent der insgesamt 45.066 nichtdeutschen Studierenden. Unter ihnen wurden 1.790 sogenannte Bildungsausländer registriert. So werden ausländische Studierende bezeichnet, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben haben.

An der Universität Kassel etwa gibt es rund 30 iranische Mitarbeitende und etwas mehr als 200 iranische Studierende, nach Angaben der Uni viele von ihnen in den englischsprachigen Master-Studiengängen. "Die Lage im Iran und die Folgen für Mitarbeitende und Studierende und ihre Familien bewegen auch die Hochschulleitung", sagte ein Sprecher. Die Präsidentin der Universität, Ute Clement, stehe im Austausch mit den Studierenden.

Mehr als 350 Studierende und Promovierende sind es an der Marburger Philipps-Universität. Dort kann man auch das Fach Iranistik studieren, das sich mit Kultur, Religionen, Geschichte, Literatur und Sprachen des iranischen Kulturraums befasst.

Generalkonsulat 2024 geschlossen

In Frankfurt gab es bis November 2024 ein Generalkonsulat der Islamischen Republik Iran. Als Reaktion auf die Hinrichtung des deutsch-iranischen Doppelstaatsbürgers Djamshid Sharmah wurde es ebenso wie die weiteren iranischen Generalkonsulate in Hamburg und München für den Publikumsverkehr geschlossen.

Quelle: dpa

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