HessenFlug aus Dubai gelandet - "Da hab ich das erste Mal geweint"

Bangen, telefonieren, hoffen: In der Ankunftshalle des Frankfurter Flughafens erwarten Angehörige den ersten Flug aus Dubai nach Frankfurt seit des Iran-Krieges. Beim Wiedersehen fließen Tränen.
Frankfurt/Dubai (dpa/lhe) - Heike Stephan hat angespannt gewartet. Immer wieder hat sie mit ihrer Tochter Paulina Roth telefoniert, die gerade eben erst in Frankfurt gelandet ist. Sie, ihr Mann und ihr einjähriger Sohn Ole sind auf dem ersten Emirates-Flug von Dubai nach Frankfurt seit dem Iran-Krieg gewesen.
Eigentlich hatten sie einen Monat ihrer Elternzeit auf Sri Lanka verbracht, am Samstag sollte es zurückgehen - über Dubai. Doch dort angekommen ging es nicht weiter. Nach mehreren Stunden am Flughafen ging es in ein Hotel.
"Beim ersten Frühstück mussten sie mehrmals aufstehen und ins Treppenhaus gehen, weil es Raketenalarm gab", erzählt ihre Mutter. "Heute Morgen, als dann die Nachricht kam: "Wir wurden aufgefordert, zum Flughafen zu fahren."", sagte sie, "da hab ich das erste Mal geweint". Bis dahin habe sie versucht, sich abzulenken.
"Pure Angst"
Als Paulina Roth mit ihrer Familie aus der Tür zur Ankunftshalle am Frankfurter Flughafen treten, fällt sie schnell um den Hals ihrer Mutter. Gemeinsam weinen sie kurz.
In Dubai hätten sie andere Familien getroffen, gegenseitig habe man sich geholfen und informiert, erzählt Roth. Die Raketenalarme hätten sich nach "purer Angst" angefühlt. "Wir hatten auf unser Handy dann die Warnmeldung bekommen und sind dann ins Treppenhaus", sagt sie.
"Wir hatten Zimmernachbarn aus Israel und die wussten ganz genau, was man in so einer Situation machen muss", erklärt die 33-Jährige. "Ich muss auch sagen, dass diese Menschen uns so geerdet haben in dem Moment." Nach dem letzten Alarm seien sie im Bett im Hotelzimmer erschöpft zusammengebrochen.
Am Strand Explosionen gehört
Kira Luipold und Annika Dossmann waren ebenfalls in dem Flieger aus Dubai. "Am Samstag waren wir am Strand und haben zweimal die Explosionen in der Luft gehört", erinnert sich Luipold. Sie hätten sich ziemlich erschrocken. "Man hat's auch gesehen in der Luft."
Eigentlich wären sie am Sonntag zurückgeflogen, jetzt waren sie froh, dass es am Dienstag geklappt hat. "Wir haben auch kaum geschlafen. Am Sonntagfrüh kam auch noch einmal eine direkt über uns, die abgefangen worden ist", sagt Luipold. Dossmann sagte, die Stimmung im Flieger bei der Landung sei sehr euphorisch gewesen.
Viele der Passagiere waren froh, wieder in Deutschland zu sein. Einige allerdings, empfanden die Geschehnisse als nicht so schlimm. "Es war alles nicht so schlimm wie es hier geschrieben und geschildert wird", sagt Werner Vith, der mit seiner Frau bei Freunden in Dubai Urlaub gemacht hat. "Es hat häufiger mal geknallt, wenn die Abwehrraketen kamen."
"Rein, raus, Wiedersehen"
Es sei schon komisch gewesen, weil man das Gefühl gehabt habe, da sei so viel Wasser und man komme vielleicht nicht mehr weg, sagte er. Auf dem Flug hierher habe er sich sicher gefühlt. "Wir sind etwas früher als geplant abgereist", sagt er. "Gestern Abend haben wir den Flug hier ganz kurzfristig gebucht. Rein, raus, Wiedersehen."
Für Paulina Roth war der Weg zurück nicht ganz so einfach. Das Hotel habe sie sehr unterstützt, aber am Flughafen in Dubai sei es noch mal chaotisch gewesen, weil sie keine Tickets hatten. Schließlich konnte sie ihrer Mama aber ein Foto der Tickets aus dem Flieger schicken. Auf die Frage, auf was sie sich nun am meisten freue, sagt Roth unter Tränen: "Auf unser Zuhause und auf unseren Hund."