HessenHessen plant Partnerschaft mit Region rund um Kiew

Eine neue hessische Verbindung in das Kriegsland soll auch ein Zeichen für einen künftigen EU-Beitritt der Ukraine setzen. Wer könnte von der Partnerschaft profitieren?
Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessen strebt eine Partnerschaft mit der Region rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew an. Das hessische Kabinett habe kurz vor dem vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine am Dienstag (24.2.) die Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung beschlossen, teilte das Europaministerium in Wiesbaden mit.
"Die Ukraine verdient eine europäische Perspektive", betonte Europaminister Manfred Pentz (CDU). "Mit der Regionalpartnerschaft wollen wir ein klares Zeichen setzen, dass wir den EU-Beitritt der Ukraine unterstützen." Die geplante Partnerschaft solle für den Mut, die Zuversicht und den festen Willen stehen, Europa gemeinsam zu gestalten.
100.000 Ukrainer in Hessen
Daraus kann sich laut Europaministerium ein Austausch etwa in den Bereichen Jugend, Bildung, Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft und Digitalisierung entwickeln. Auch weitere kommunale Partnerschaften könnten entstehen. Zudem sei das angestrebte Abkommen ein wichtiges Signal für die Menschen aus der Ukraine, die in Hessen Zuflucht suchten. Aktuell leben etwa 100.000 Ukrainer im Bundesland.
Die Ukraine gliedert sich nach den Angaben in 24 sogenannte Oblaste. In der Oblast Kiew leben etwa 1,8 Millionen Menschen rund um die Hauptstadt, die selbst nicht zu dieser Region gehört. Es gibt dort mehr als 3.000 Unternehmen.
Mit der polnischen Woiwodschaft Wielkopolska pflegt Hessen schon seit mehr als 25 Jahren einen Austausch. "Von diesen Erfahrungen kann das neue Projekt nun profitieren", erklärte das Europaministerium.
Regionalpartnerschaften hat Hessen außerdem mit den Regionen Nouvelle-Aquitaine (Frankreich), Bursa (Türkei), Emilia-Romagna (Italien), Vojvodina (Serbien) und Wisconsin (USA). Daneben gibt es mehrere hessische Städte mit einer Partnerschaft mit einer ukrainischen Kommune.