HessenMordprozess in Darmstadt muss neu verhandelt werden

Eine Frau verabreicht ihrem Ehemann einen Giftcocktail und wird dafür auch verurteilt. Doch der BGH sieht Fehler.
Karlsruhe/Darmstadt (dpa/lhe) - Der Darmstädter Prozess gegen eine Frau aus Bangladesch wegen Mordes an ihrem Ehemann muss neu verhandelt werden. Die Frau war 2025 vom Landgericht zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) sieht nach einer Revision der Staatsanwaltschaft Fehler in der Beweiswürdigung.
Die Sache bedürfe einer umfassenden neuen Verhandlung und Entscheidung, heißt es beim BGH. "Die Rechtsfehler in der Beweiswürdigung betreffen die Feststellungen in Gänze. Der Senat hebt daher das Urteil mit den Feststellungen auf und verweist die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht zurück." (Az.: 2 STR 526/25)
Die Frau hatte zum Prozessauftakt gestanden, ihrem Mann einen Giftcocktail verabreicht zu haben. Nach Angaben der Verteidigung wollte der Ehemann sie wegen einer 30 Jahre jüngeren Frau verlassen. Zudem habe das Eheleben in einer Atmosphäre von Gewalt und Beleidigungen gegen sie stattgefunden. Für sie habe es immer Demütigung und nie Anerkennung gegeben.
Die Staatsanwaltschaft hatte vor dem Landgericht eine lebenslange Freiheitsstrafe, die Verteidigung neun Jahre Haft gefordert. In Prozessen kann beim Mordmerkmal der Heimtücke bei außergewöhnlichen Umständen von einer lebenslangen Haftstrafe abgesehen werden.