HessenMuseen unter freiem Himmel: Fünf Zeitreise-Tipps in Hessen

In Mittelhessen geht dieses Wochenende ein neues Freilichtmuseum an den Start. Was Besucherinnen und Besucher dort erwartet - und wo sich Geschichte sonst noch draußen erleben lässt.
Weimar (dpa/lhe) - Prähistorisches Handwerk, Musik aus der Bronzezeit und ein germanisches Gehöft: In Weimar (Lahn) nahe Marburg öffnet dieses Wochenende ein neues archäologisches Freilichtmuseum. Die sogenannte Zeiteninsel startet mit einem Festwochenende in ihren regulären Betrieb und ist künftig saisonal sechs Tage pro Woche geöffnet, wie das Museum mitteilte.
Besucherinnen und Besucher können dort regionale Geschichte über fünf Epochen hinweg erleben - von der Steinzeit bis zu den Römern. Dafür bietet die Zeiteninsel rekonstruierte Gebäude in Originalgröße, Mitmachstationen und Workshops.
Damit wächst in Hessen das Angebot für alle, die Geschichte nicht nur hinter Glaswänden sehen wollen. Denn es gibt bereits einige Museen unter freiem Himmel in der Region. Ein Überblick:
Fachwerk-Dorf bis Herrenhof
Im Hessenpark in Neu-Anspach (Hochtaunuskreis) können Besucherinnen und Besucher zwischen historischen Gebäuden durch die verschiedenen Regionen Hessens spazieren. Dort stehen weit über 100 Häuser, die an ihrem ursprünglichen Standort nicht erhalten werden konnten und in dem Museum wiederaufgebaut wurden. Fünf regionale Baustile gibt es dort zu erkunden: Nordhessen, Mittelhessen, Osthessen, Südhessen und Rhein-Main. Dazu kommt unter anderem ein Marktplatz mit 26 Fachwerkhäusern. Handwerkerinnen und Handwerker lassen sich außerdem bei der Arbeit über die Schulter schauen, etwa in der Schmiede oder im Backhaus.
Deutlich weiter in die Vergangenheit geht es im Landkreis Bergstraße, rund um das Unesco-Welterbe Kloster Lorsch. Auch dort können Besucherinnen und Besucher viel Zeit im Freien einplanen, denn auf dem Gelände gibt es neben Königshalle und Basilikafragment auch das sogenannte Freilichtlabor Lauresham. Dabei handelt es sich um ein originalgroßes Modell eines Herrenhofs wie zur Zeit von Karl dem Großen. Die über 20 Gebäude sind umgeben von Gärten, Äckern und Scheunen - Tiere inklusive.
Auf den Spuren von Kelten und Römern
Im Wetteraukreis führt die Zeitreise zurück in die Zeit der Kelten. In der Keltenwelt am Glauberg gibt es neben dem klassischen Museum auch einen archäologischen Park, wo unter anderem ein großer, rekonstruierter Grabhügel und ein Teil einer sogenannten Prozessionsstraße zu sehen sind. Ein Rundweg führt auf das Bergplateau hinauf. Dort können Besucherinnen und Besucher Überreste aus der Zeit der Kelten und aus dem Mittelalter entdecken.
Auch die Römer haben in Hessen ihre Spuren hinterlassen. Nahe Bad Homburg im Hochtaunuskreis etwa: Dort steht das Römerkastell Saalburg, das vor über 100 Jahren auf den Fundamenten des Kohortenkastells wiederaufgebaut wurde. Besucherinnen und Besucher können hier in die Antike eintauchen und zwischen rekonstruierten Häusern aus Holz und Stein, Mannschaftsbaracken und den Resten einer Badeanlage wandeln.