HessenSchulgesetz bietet mehr Unterstützung beim Berufseinstieg

Das hessische Schulgesetz wird reformiert: Eine neue Berufsfachschule soll Jugendlichen den Einstieg in die Ausbildung erleichtern. Was sich für Schüler und Lehrer noch ändert.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Mit einer "Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung" (Büa) sollen künftig junge Schulabgänger in Hessen beim Start ins Berufsleben unterstützt werden. Ein entsprechender Schulversuch geht in den Regelbetrieb. Mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von CDU und SPD beschloss der Wiesbadener Landtag eine Reform des hessischen Schulgesetzes. Mit der Büa sollen Jugendliche - insbesondere aus herausfordernden familiären Verhältnissen - auf eine Berufsausbildung vorbereitet werden.
In zwölf Stunden pro Woche setzen sie sich konkret mit verschiedenen Berufen auseinander und beschäftigen sich mit wichtigen Fragen etwa zum Thema Bewerbung. Laut Kultusministerium profitieren vom Schuljahr 2027/2028 an voraussichtlich Schritt für Schritt mehr als 12.000 Schülerinnen und Schüler in rund 90 beruflichen Schulen davon.
55-jährige Lehrer sollen eine Stunde mehr pro Woche unterrichten
Die Gesetzesreform sieht eine ganze Reihe weiterer Änderungen vor. Schriftliche Arbeiten müssen künftig nicht mehr zwingend wiederholt werden, wenn mehr als 50 Prozent der Leistungen nicht mehr ausreichend sind.
Dienstrechtlich gibt es Neuerungen für Lehrkräfte ab 55 Jahren. Die sogenannte Altersermäßigung mit einer Pflichtstunde weniger Unterricht entfällt. Diese soll künftig erst ab 60 Jahren greifen - mit 1,5 Stunden weniger. Derzeit profitieren Lehrkräfte schon ab 55 Jahren von einer Ermäßigung und müssen eine Pflichtstunde weniger arbeiten.
Kritik einer Gewerkschaft
Die Bildungsgewerkschaft GEW in Hessen kritisierte den teilweisen Wegfall der Altersermäßigung: "Statt die Belastungen weiter zu erhöhen, braucht es endlich eine verbindliche Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte. Dann würde sichtbar, dass Lehrkräfte bereits heute an der Belastungsgrenze arbeiten." Ohne die Altersermäßigung für 55- bis 59-jährige Lehrerinnen und Lehrer wird es laut GEW für künftige Pädagogen "noch unattraktiver, in Hessen zu arbeiten".