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Hessen Spargel selber stechen: Ernte bislang eher schleppend

Eine Mutter sticht auf einem Feld, auf dem Kunden ihren eigenen Spargel stechen können, mit ihrer Tochter zusammen Spargel. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Spargel stechen ist Knochenarbeit. Normalerweise lassen die Bauern nur erfahrene Kräfte an das Edelgemüse. In Südhessen können sich jetzt auch Laien versuchen.

Bickenbach (dpa/lhe) - Himbeeren, Erdbeeren oder Kirschen selber ernten oder auf einem Feld mal einen Blumenstrauß zusammenstellen - solche Angebote gibt es Jahr für Jahr. Beim Spargel ist dies eher eine Rarität. An das teure Edelgemüse auf den aufwendig und arbeitsintensiv angelegten Feldern lassen die Bauern eigentlich meist nur geübte Erntehelfer mit dem Messer an die Spargelstangen. Am Rand des südhessischen Bickenbachs lässt nun ein Bauer auch Amateure Hand anlegen. Auf einem Feld von einem Hektar Größe von Landwirt Kai Schüttler können nun auch Laien Spargel stechen.

"Letztes Jahr war es aus der Not geboren", sagte Schüttler der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die Schwierigkeiten mit genug Erntehelfern wegen der Corona-Pandemie 2020. "Dieses Jahr sind wir mitarbeitertechnisch gut ausgestattet." Man habe vergangenes Jahr gesehen, dass es genug Leute gebe im Umkreis, die früher schon mal Spargel gestochen haben. "Da haben wir uns gesagt, wenn das letztes Jahr funktioniert hat, probieren wir das dieses Jahr wieder aus."

Zwar sei damit auch die Langlebigkeit einer solchen Anlage gefährdet. "Aber das ist ein altes Feld. Nächstes Jahr gibt es die Anlage wahrscheinlich nicht mehr." Spargel liefert erst im dritten Jahr nach der Pflanzung eine volle Ernte und kann dann über mehrere Jahre gestochen werden.

Für die Laien erklären Plakate, wie Spargel gestochen wird. An einem Verkaufsstand steht für Fragen auch noch eine Mitarbeiterin bereit. Der Preis für das selbst gestochene Edelgemüse liegt mit gut neun Euro bei rund 60 Prozent des Preises an den Verkaufsständen.

Die Spargelbauern in Südhessen hatten am 8. April die Saison für das begehrte Gemüse eröffnet. Bislang spielt Schüttler zufolge das Wetter aber noch nicht mit. "Bis Mittwoch war es ein Trauerspiel." Wegen der kalten Nächte der vergangenen Woche seien die Mengen noch nicht so groß wie im vergangenen Jahr.

Spargel war im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Landesamtes das am meisten angebaute Gemüse in Hessen. Er wuchs auf gut 23 Prozent der hessischen Gemüseanbaufläche. Dem hessischen Bauernverband zufolge gibt es landesweit 120 Spargelbauern, deren Anbaufläche größer als ein halber Hektar ist. Die Ernte lag im Land insgesamt bei 8500 Tonnen, zwei Jahre zuvor waren es noch 10 900. Die Spargelsaison endet traditionell mit dem "Johannistag" am 24. Juni.

© dpa-infocom, dpa:210501-99-426176/3

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