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HessenTrotz Regens bisher kaum Entspannung bei Dürrefolgen

19.08.2026, 14:12 Uhr
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Endlich regnet es - doch um die Trockenheit nachhaltig zu mildern, müsste es deutlich mehr sein. Wie es um den Boden, die Pflanzen und das Grundwasser aktuell steht.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Nach der langen Trockenheit hat es nun endlich geregnet. Auch weitere Niederschläge sind nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in Sicht. Ist damit die Dürre überwunden und alles wieder normal? Wie Experten die Situation bewerten.

Der Boden

Ausgedörrt sind die Felder und Wiesen, nun haben sie in weiten Teilen Hessens einige Liter Regen pro Quadratmeter abbekommen. Ausgetrockneter Boden kann Wasser zunächst zwar nicht so leicht aufnehmen, doch wenn es länger auf ihn tropft, dann sickert das dringend benötigte Nass ein, wie Meteorloge Andreas Brömser vom DWD erklärt. Mehrere Faktoren spielten hier mit hinein, unter anderem die Temperatur.

Die Niederschläge der vergangenen Tage waren in Hessen wie immer unterschiedlich verteilt. Mehr als einige Liter pro Quadratmeter kamen bisher nicht herunter, wie Brömser sagt. "Das löst das Problem der Trockenheit nicht."

Die oberste Schicht des Bodens werde zwar befeuchtet, doch die Pflanzen brauchten das Nass rasch auf und es verdunste. "Dann ist die Bodenfeuchte wieder da, wo sie vorher war." Von einer echten Entspannung könne keine Rede sein.

Um die Trockenheit zu beenden, wäre eine Größenordnung von 100 Litern pro Quadratmeter innerhalb einiger Tage nötig. Dann wäre wieder ein Wasserpuffer von ein paar Wochen im Boden vorhanden. "Zum Vergleich: Das sind je nach Region ein bis zwei durchschnittliche Monatsniederschläge", sagt der Meteorologe.

Die Pflanzen

Vom bisherigen Regen profitierten Pflanzen, die nicht so tief wurzeln, wie etwa Gras, sagt Agrarmeteorologe Brömser. Zudem die landwirtschaftlichen Kulturen, die noch auf den Feldern stehen. Bäume allerdings wurzelten viel tiefer.

Stellenweise seien nicht einmal die oberen fünf Zentimeter des Bodens durchfeuchtet worden, heißt es vom Hessischen Bauernverband. Zusätzlicher Regen in den kommenden Wochen könne die Ertrags- und Qualitätseinbußen insbesondere bei Mais und Zuckerrüben zumindest teilweise abmildern. Auch für das Grünland sei der Regen hilfreich, doch auch hier gelte, dass es vielerorts noch deutlich zu wenig war.

"Wir hoffen auf weitere Niederschläge", sagt Sprecherin Marie-Claire von Spee. Alle Niederschläge und die kühleren, bedeckten Tage würden in jedem Fall helfen, den Schaden durch die Dürre zu begrenzen.

Das Grundwasser

Bis sich die Grundwasserlage entspannt, muss es in Hessen mehr regnen als derzeit vorhergesagt ist. "Wir brauchen sicher einen langanhaltenden Landregen und das über einige Wochen", sagte Hessenwasser-Geschäftsführerin Elisabeth Jreisat der Deutschen Presse-Agentur. Hessenwasser versorgt etwa 60 Prozent der Bevölkerung in der Rhein-Main-Region, darunter die Großstädte Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt.

Bis die Grundwasserspeicher gar wieder voll sind, kann es nach Angaben des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) dauern. Das Landesamt rechnet im weiteren Verlauf des Sommers "jahreszeitlich bedingt mit weiter rückläufigen Grundwasserverhältnissen".

"Im Vergleich zum Vorjahr lagen die Grundwasserstände im Juli an 90 Prozent der Messstellen im Monatsmittel auf einem niedrigeren Niveau", heißt es im jüngsten Bericht des HLNUG. "Durch den trockensten Juli seit Wetteraufzeichnung ist der Anteil der Messstellen im niedrigen und sehr niedrigen Bereich noch einmal deutlich angestiegen. Circa 20 Prozent der Grundwassermessstellen wiesen im Juli neue Monatsniedrigstwerte auf", heißt es im aktuellen Grundwasserbericht.

Die Grundwasserstände in Hessen waren zuletzt

  • bei 41 Prozent der Messstellen auf einem normalen Niveau,

  • an 17 Prozent der Messstellen niedrig,

  • an 34 Prozent der Messstellen sehr niedrig.

Es sei unwahrscheinlich, dass die kommenden Niederschläge zur Grundwasserneubildung führen. "Hierfür wären lange andauernde und ergiebige Niederschläge in Form von Landregen notwendig. Eine nachhaltige Auffüllung der Grundwasserspeicher in Hessen ist vermutlich erst wieder im kommenden hydrologischen Winterhalbjahr möglich", heißt es von dem Landesamt.

Die Aussichten

Weiterer, ergiebiger Regen könnte im Süden bis in die Mitte in der Nacht auf Donnerstag fallen, wie der DWD vorhersagt. Zudem sei weiterer, recht kräftiger Niederschlag in der kommenden Woche möglich. Bis zu 30 Liter pro Quadratmeter könnten bisherigen Prognosen zufolge zusammenkommen. "Das würde zumindest eine weitere leichte Entspannung bringen", sagt Meteorloge Brömser.

Um die Trockenheit zu beenden, wären eine ganze Reihe von kräftigen Tiefs über ein, zwei Wochen hinweg nötig. "Und das ist in diesem Ausmaß nicht in Sicht", sagt Brömser.

Quelle: dpa

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