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HessenUniklinik-Chef Graf sieht "Rolle rückwärts" bei Klinikreform

03.04.2026, 04:02 Uhr
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Von der ursprünglich geplanten großen Krankenhausreform ist nicht viel übrig. Nun muss das Land Hessen die Probleme lösen, sagt der Chef des Frankfurter Universitätsklinikums.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Seit Jahren wird an einer großen Krankenhausreform gearbeitet. Sie soll die Versorgung der Patienten besser machen und die Finanzierung neu ordnen. Mit dem aktuellen Stand ist der Ärztliche Direktor des Frankfurter Universitätsklinikums, Prof. Jürgen Graf, nicht zufrieden.

"Wir haben in wesentlichen Teilen eine Rolle rückwärts vollzogen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Ich glaube nicht, dass es uns gelingt, mit dieser Reform allein das System zu stabilisieren."

Ein zentraler Kritikpunkt: Vieles, was ursprünglich bundesweit geregelt werden sollte, liegt nun wieder im Ermessensspielraum der Bundesländer. Damit ist der Bund für die Vergütung zuständig, das Land aber weiter für die Verteilung.

Verwässertes "Krankenhausreformanpassungsgesetz"

Das "Krankenhausreformanpassungsgesetz" soll im April in Kraft treten und muss dann Schritt für Schritt in den Ländern umgesetzt werden. Hessen habe es jetzt in der Hand, das Beste daraus zu machen, sagt Graf.

Ein Hebel sind die sogenannten Leistungsgruppen – eine der wenigen Neuerungen, die aus dem ursprünglichen Entwurf erhalten geblieben sind. Mehr als 60 Leistungsgruppen wurden definiert, etwa in der Kardiologie oder Onkologie.

Sie seien grundsätzlich ein gutes Steuerungsinstrument, glaubt Graf: Leistungen, die zu wenig angeboten werden, könnte man finanziell attraktiver machen. Wo es ein Überangebot gibt, könnte es umgekehrt laufen. Als unterversorgt gelten etwa weite Teile der Kinderheilkunde. Diese finanzielle Steuerung könne aber nur auf Bundesebene passieren, so Graf.

Quelle: dpa

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