HessenWer's grün haben will im Garten greift zu Kunstrasen

Kunstrasen boomt, sagt der Berater einer großen Baustoffhandlung im Rhein-Main-Gebiet. Manche Kunden ordern Hunderte Quadratmeter.
Kronberg (dpa/lhe) - Sattes Grün war mal: Nach Wochen der Hitze und der Trockenheit sehen viele Gärten aus wie eine Steppe. Wer den Anblick der braunen Stängel nicht erträgt, greift immer öfter zu Kunstrasen. "Das ist auf jeden Fall mehr geworden", sagt ein Berater beim Schute Bauzentrum in Kronberg im Taunus.
Die Hersteller haben neue Varianten auf den Markt gebracht. "Die hochwertigsten sehen aus wie echt", sagt der Berater. Dass es sich um Kunstrasen handelt, dürfte der Betrachter allerdings dann merken, wenn außen herum alle übrigen Flächen braun sind.
Von "sattgrün" bis "sonnengebräunt"
Zwischen 35 und 50 Euro pro Quadratmeter kosten die acht Kunstrasen-Varianten, die der Händler im Sortiment hat. Sie bestehen aus Kunststofffasern auf einer wasserdurchlässigen Netzstruktur. "Es gibt verschiedene Optiken und Höhen", sagt der Berater – von "sattgrün" bis "sonnengebräunt", zwischen 30 und 52 Millimeter.
Die Bahnen werden auf einem Unterbau aus verdichtetem Sand und einem Geotextil mit Heringen fixiert. Nicht nur kleine Flächen werden so begrünt – im vergangenen Jahr ließ ein Privatkunde dem Berater zufolge mehrere Hundert Quadratmeter hochwertigen Kunstrasen auf seinem Anwesen verlegen.
Teppich oder Lackdose?
Günstiger ist die Teppich-Variante. Am günstigsten ist – wie der Berater es in den USA gesehen hat – die verdorrten Grashalme grün anzusprühen. Dafür gibt es spezielle Rasenfarbe. Wer all das nicht möchte, hat nicht allzu viele Optionen, gibt der Berater zu. Schottergärten sind in den meisten Kommunen verboten. Bleibt nur: "Man lebt damit, dass der Rasen verdorrt ist."