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HessenZwei Tote nach Streit um Drogen – Paar in Kassel vor Gericht

01.04.2026, 03:31 Uhr
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Mit einem Küchen- und einem Taschenmesser sollen sie getötet haben – im Streit um Drogen. In Kassel beginnt nun der Prozess gegen ein Paar. Was die Anklage dem Duo konkret vorwirft.

Kassel (dpa/lhe) - Als "Killer-Pärchen" machten sie im vergangenen Sommer Schlagzeilen. Ab heute stehen ein 38 Jahre alter Mann und eine 29 Jahre alte Frau unter anderem wegen zweifachen gemeinschaftlichen Mordes vor dem Landgericht Kassel. Die beiden sollen innerhalb weniger Stunden zwei Bekannte erstochen haben, weil diese ihnen keine Drogen geben wollten.

Zwei Tote innerhalb weniger Stunden

20. März 2025: Im Kasseler Stadtteil Rothenditmold findet ein Radfahrer nachts einen leblosen Mann auf der Straße und ruft die Polizei. Ein Notarzt kann nur noch den Tod des 44-Jährigen feststellen. Der Mann weist Stich- und Schnittverletzungen auf.

Am frühen Nachmittag werden Rettungskräfte und Polizei wegen eines Mannes gerufen, der leblos in einer Wohnung im Kasseler Stadtteil Kirchditmold liegen soll. Sie finden einen 51-Jährigen mit Stichverletzungen. Für den Mann kommt jede Hilfe zu spät.

Paar wird am nächsten Tag in Melsungen festgenommen

Einen Tag später nimmt die Polizei die beiden Angeklagten gut 30 Kilometer entfernt von Kassel in Melsungen (Schwalm-Eder-Kreis) fest - zunächst im Zusammenhang mit dem Fall des 44-Jährigen.

Wegen der Schwere der Tat und bestehender Fluchtgefahr ordnet ein Haftrichter später gegen die damals 28-jährige Russin und den 37 Jahre alten Mann mit deutscher und kasachischer Staatsangehörigkeit Untersuchungshaft an. Nach weiteren Ermittlungen gilt das Paar schließlich in beiden Fällen als dringend tatverdächtig.

Mit Küchenmesser mehrfach auf Opfer eingestochen

Laut Staatsanwaltschaft sollen die beiden nachts zunächst ihren 44 Jahre alten Bekannten aufgesucht und um Drogen und Bargeld gebeten haben. Als der Mann ablehnte, soll der 38-jährige Angeklagte auf ihn auf offener Straße etliche Male mit einem Küchenmesser eingestochen haben, das er bei sich trug. Das Paar habe so an die Jacke des Opfers gelangen wollen in der Hoffnung, dort Bargeld oder Drogen zu finden.

In den frühen Morgenstunden sollen die Angeklagten dann zur Wohnung des Getöteten gegangen sein. Dessen Lebensgefährtin habe den beiden die Tür geöffnet, so die Staatsanwaltschaft. Die Frau habe zu dem Zeitpunkt noch nichts von der Tat gewusst. Ihr soll das Paar in einem unbeobachteten Moment das Portemonnaie mit Bargeld gestohlen haben.

Zweites Opfer einige Stunden später getötet

Zur Mittagszeit soll die beiden dann das zweite Opfer aufgesucht und es um Drogen gebeten haben. Als auch der 51 Jahre alte Bekannte der beiden das ablehnte, sollen sie ihn in seiner Wohnung gemeinsam mit einem Taschenmesser und dem mitgeführten Küchenmesser mit etlichen Messerstichen getötet haben. Anschließend durchsuchten sie laut Anklage auch die Wohnung des zweiten Opfers nach Drogen.

Das Kasseler Landgericht hat in dem Verfahren bis zum 8. Juli zunächst insgesamt elf Verhandlungstage angesetzt. Geladen sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter anderem zwei Sachverständige und 51 Zeugen.

Quelle: dpa

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