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Mecklenburg-VorpommernAOK warnt vor höherem Krankenstand

10.09.2026, 08:00 Uhr
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Die größte Krankenkasse im Nordosten steht der aktuell diskutierten Attestpflicht vom ersten Krankheitstag an skeptisch gegenüber.

Schwerin (dpa/mv) - Die diskutierte Einführung einer Attestpflicht vom ersten Krankheitstag an könnte nach Schätzung der AOK Nordost im schlechtesten Fall den Krankenstand um rund zehn Prozent steigen lassen. Im ersten Halbjahr betrug der Krankenstand der AOK-Versicherten in Mecklenburg-Vorpommern demnach 7,5 Prozent. Sollte künftig vom ersten Krankheitstag an ein Attest vorgelegt werden müssen, könnte der Wert auf 8,2 Prozent steigen, wie die größte Krankenkasse im Nordosten mitteilte. Voraussetzung ist, dass alle Arbeitnehmer, die sich bisher bis zu drei Tage ohne Attest zu Hause kuriert haben, künftig gleich zum Arzt gehen und krankgeschrieben werden.

Kassendaten mit Arbeitgeberdaten verglichen

Für ihre Schätzung hat die AOK eigenen Angaben zufolge ihre Krankschreibungsstatistik mit Arbeitgeberdaten zu tatsächlichen krankheitsbedingten Fehlzeiten verglichen. Die ausgewerteten Daten stammen demnach von Arbeitgebern, die erst ab dem vierten Krankheitstag ein Attest verlangen.

"Von den rund 100.000 ausgewerteten Fehltagen in den Betrieben entfielen rund 8.700 auf kurze krankheitsbedingte Fehlzeiten, für die kein Attest vorgelegt werden musste", berichtete die AOK Nordost. Das heißt: Auf gut neun Fehltage mit Attest kam in der Auswertung ein weiterer Fehltag ohne Attest.

Langzeiterkrankungen nehmen zu

Die Leiterin des betrieblichen Gesundheitsmanagements bei der AOK Nordost, Anke Jurchen, erklärte: "Um den Krankenstand zu senken, wäre es aus unserer Sicht sinnvoller, Maßnahmen gegen Langzeiterkrankungen in den Blick zu nehmen." Deren Anteil an allen Fehltagen in MV sei weiter gestiegen. Rund 40 Prozent der bei der AOK registrierten Krankentage in MV gingen inzwischen auf Langzeiterkrankungen zurück. Als langzeitkrank gilt, wer mehr als 42 Tage krankgeschrieben ist.

Quelle: dpa

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