Mecklenburg-VorpommernAbsichtlicher Zusammenstoß? Prozess wegen versuchten Mordes

Eine Frau wird bei einem Frontalcrash lebensgefährlich verletzt. Ermittler sehen bei dem Fahrer des anderen beteiligten Autos Absicht. Er steht demnächst vor Gericht.
Neubrandenburg (dpa/mv) - Nach dem Frontalzusammenstoß zweier Autos Anfang vergangenen Jahres in Waren an der Müritz soll sich der Fahrer eines der Fahrzeuge demnächst vor Gericht verantworten - wegen des Vorwurfs des versuchten Mordes. Mit der Geschädigten im anderen Auto habe der heute 28-Jährige seinerzeit eine "konfliktbelastete On-Off Beziehung geführt" teilte das Landgericht Neubrandenburg mit Verweis auf die Anklage mit.
Demnach geht die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg davon aus, dass der Beschuldige im Gegenverkehr die Frau gesehen habe. Der Kosovare habe dann den Entschluss gefasst, einen Frontalzusammenstoß zu verursachen, wobei er den Tod der Frau zumindest billigend in Kauf genommen habe. Er soll laut Anklage das Auto auf rund 80 Kilometer pro Stunde beschleunigt und auf die Gegenfahrbahn gesteuert haben. Er habe dabei heimtückisch und mit gemeingefährlichen Mitteln gehandelt.
Ihm wird laut Gericht auch gefährliche Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen.
Die Frau sei lebensgefährlich verletzt worden und musste für längere Zeit in ein Wachkoma versetzt werden. Der Beschuldigte lebte zuletzt in Baden-Württemberg und befindet sich seit Ende November in Untersuchungshaft. Nach dem Prozessauftakt am 14. April sind sieben weitere Termine bis Anfang Mai angesetzt.