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Mecklenburg-VorpommernAfD MV wählt Dario Seifert zum Generalsekretär

30.05.2026, 12:25 Uhr
Mit-einer-deutlichen-Mehrheit-von-knapp-92-Prozent-wurde-Seifert-zum-Generalsekretaer-gewaehlt

Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern stellt sich im Wahljahr an der Spitze weiter neu auf. Den neu geschaffenen Generalsekretärs-Posten übernimmt ein Mitglied mit bewegter Vergangenheit.

Grimmen (dpa/mv) - Die AfD Mecklenburg-Vorpommern hat erstmals einen Generalsekretär. Auf einem Parteitag in Grimmen wählten die 237 Delegierten den Bundestagsabgeordneten Dario Seifert mit knapp 92 Prozent der Stimmen in das neu geschaffene Amt. "Wir gehen jetzt in die heiße Wahlkampfphase über. Da müssen wir geschlossen sein, da müssen wir aber auch professionell sein", sagte der 32-Jährige, der ohne Gegenkandidaten antrat.

Landesverband professionalisiert sich weiter

Nach Angaben seines Kreisverbands Vorpommern-Rügen war Seifert zuvor einstimmig vom Landesvorstand nominiert worden. Mit der Schaffung der neuen Position reagiere der Landesverband auf das "starke Wachstum" und steigende organisatorische Anforderungen vor der Landtagswahl im Herbst, hieß es vorab.

Seifert war schon zuvor als einflussreicher AfD-Mann aufgetreten. Beim Listenparteitag Anfang des Jahres etwa hatte er zahlreiche Kandidaten nominiert. Der Kreisverband, aus dem er stammt, ist der mitgliederstärkste AfD-Kreisverband in MV.

Vertreter des rechten Spektrums

Seifert wurde innerhalb der Partei dem rechten Spektrum zugerechnet. Er war Mitglied der ehemaligen AfD-Jugendorganisation Junge Alternative. Dem "Nordkurier" hatte er bestätigt, in seiner Jugend der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN, auch Junge Nationalisten) angehört zu haben.

Vorwürfe, sich nicht ausreichend vom Rechtsextremismus abgegrenzt zu haben, bezeichnete der gelernte Kaufmann für Bürokommunikation auf Anfrage der dpa schon vor einiger Zeit aber als "für völlig haltlos". Der Landesvorsitzende der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, tat die Vergangenheit Seiferts vor der Wahl in Grimmen als "jugendliche Verirrung" ab. Es sei schon Jahre her, jeder könne sich mal vertun.

Gegen Seifert war 2019 ein Parteiordnungsverfahren eingeleitet worden. Dabei ging es Seifert zufolge aber nicht um inhaltliche Positionen. Die ursächlichen Streitigkeiten seien seit langer Zeit beigelegt, hatte er der dpa geschrieben.

Seifert wollte Landesverfassungsschutz abschaffen

Im Februar hatte Seifert angekündigt, nach Möglichkeit den Landesverfassungsschutz in MV abzuschaffen: "In Mecklenburg-Vorpommern werden wir diese Behörde abschaffen, wenn uns die Wähler dafür das Mandat geben."

Dem war eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln vorausgegangen. Es hatte in einem Eilverfahren entschieden, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz die Bundes-AfD vorerst nicht als gesichert rechtsextremistisch einstufen und bezeichnen darf. Eine Entscheidung in der Hauptsache steht noch aus.

Die Entscheidung zeige, wie dünn die Grundlage für "die politischen Manöver des Verfassungsschutzes" sei, hatte Seifert damals mitgeteilt. Im Programm zur Landtagswahl der AfD in MV wird statt einer Abschaffung "eine grundlegende Reform des Verfassungsschutzes in Mecklenburg-Vorpommern" angestrebt.

Quelle: dpa

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