SachsenVerfassungsmedaille für sechs Engagierte in Sachsen

Mit der Verfassungsmedaille würdigt Sachsen das Engagement von sechs Bürgerinnen und Bürgern – von der Aufarbeitung jüdischer Schicksale bis zum Kampf gegen sexualisierte Gewalt.
Dresden (dpa/sn) - Ehrung für großes Engagement: Sechs Personen aus Sachsen sind mit der Verfassungsmedaille des Freistaates ausgezeichnet worden. Dazu zählen Pfarrer Konrad Adolph aus Nünchritz, die Chemnitzer Unternehmerin Linda Hüttner, der frühere Oberbürgermeister von Meißen, Olaf Raschke, und die Chefin des Vereins Karo in Plauen, Cathrin Schauer-Kelpin.
Schauer-Kelpin kämpft seit Jahrzehnten gegen sexualisierte Gewalt und Ausbeutung von Frauen, Kindern und Jugendlichen. "Sie schauen hin, wo andere wegsehen, Sie handeln, wo andere zögern, und Sie bleiben und helfen dort, wo es für die meisten kaum auszuhalten ist", betonte Landtagspräsident Alexander Dierks (CDU) in der Laudatio. "Ihre Arbeit findet dort statt, wo Menschen in extremen Abhängigkeiten leben: in Zwangsprostitution, im Angesicht von Menschenhandel und in sexueller Ausbeutung."
Vergessenen ihre Stimme zurückgegeben
Derweil hat Pfarrer Adolph nach Angaben der Landtagsverwaltung jahrzehntelang mit aufwendigen Recherchen tausende Schicksale jüdischer Menschen aus Sachsen aufgeklärt, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden oder als verschollen galten. "Konrad Adolph hat den Vergessenen und Verschollenen ihre Stimme zurückgegeben", erklärte Dierks.
Die Medaille aus Silber wird seit 1997 jährlich vom Präsidenten des Landtags an Bürgerinnen und Bürger vergeben, die sich in besonderer Weise um die freiheitlich-demokratische Entwicklung des Landes verdient gemacht haben. Den Angaben zufolge ist sie neben dem Sächsischen Verdienstorden die wichtigste staatliche Auszeichnung, die in Sachsen vergeben wird. Auf der Rückseite erinnert die Medaille an die Friedliche Revolution 1989. Bisher haben mehr als 200 Menschen diese Auszeichnung erhalten.