Regionalnachrichten

Mecklenburg-VorpommernAnwalt im Fall Fabian bezweifelt Abläufe – Beweisanregungen

07.08.2026, 11:31 Uhr
Andreas-Ohm-Anwalt-der-Angeklagten-im-Fall-Fabian-hat-mehrere-Beweisanregungen-praesentiert

Zu Beginn des inzwischen 21. Verhandlungstag im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian meldete sich die Verteidigung der Angeklagten zu Wort – mit Zweifeln am mutmaßlichen Tathergang.

Rostock (dpa/mv) - Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die Verteidigung der Angeklagten zahlreiche neue Beweisanregungen eingebracht. Der Rechtsanwalt Andreas Ohm stellte die von der Staatsanwaltschaft zugrunde gelegten Zeitabläufe am Tag der Tötung des Jungen sowie am Vortag in Zweifel. Aus seiner Sicht gibt es etwa Zweifel daran, dass sich die Angeklagte an bestimmten Orten zu bestimmten Zeiten aufgehalten hat.

Daher sollte etwa ein Bewegungsprofil des Autos eines Zeugen erstellt werden, mit dem sich die Angeklagte unter anderem am Todestag Fabians traf. Auch sollte ein Zeuge erneut zur Funkzellenauswertung aussagen, also zur Verortung etwa des Handys der Angeklagten anhand von Mobilfunkdaten.

Zudem sollen der Arbeitgeber und ein Kollege zum Tagesablauf von Fabians Vater am Tag des Verschwindens seines Sohnes vernommen werden. Eine weitere Anregung bezieht sich auf ein Fahrzeug, das dem auffälligen Pickup der Angeklagten ähneln und auch im Raum Güstrow unterwegs gewesen sein soll.

Anregungen zunächst zurückgestellt

Das Gericht stellte die Anregungen am 21. Verhandlungstag am Freitag zunächst zurück. Die übrigen Verfahrensbeteiligten, etwa die Staatsanwaltschaft, sollten bis zum nächsten Verhandlungstag in rund zwei Wochen Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten.

Die Staatsanwaltschaft wirft der angeklagten 30-Jährigen vor, Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben. Die Ermittler haben dazu eine umfangreiche Indizienkette präsentiert, die etwa anhand von Handydaten, Foto- und Videoaufnahmen sowie Zeugenaussagen den mutmaßlichen zeitlichen Ablauf unter anderem des Tattages rekonstruiert.

Quelle: dpa

Regionales