SachsenMehr als eine Million Sachsen fahren mit "Heimatkennzeichen"

Landkreise und kreisfreie Städte dürfen seit 2012 sogenannte Heimatkennzeichen auf Nummernschildern zulassen. Auch in Sachsen gibt es dafür eine große Anhängerschaft.
Dresden/Heilbronn (dpa/sn) - AU für Aue, HOT für Hohenstein-Ernstthal, NY für Niesky – reaktivierte "Heimatkennzeichen" erfreuen sich auch in Sachsen großer Beliebtheit. Über eine Million (insgesamt 1.029.840) Autos, Motorräder und Anhänger waren zum Stichtag 1. Januar mit den traditionellen Buchstabenkombinationen unterwegs, wie aus einer Studie der Hochschule Heilbronn hervorgeht, die auf Daten des Kraftfahrtbundesamtes basiert.
Landkreise und kreisfreie Städte dürfen seit 2012 sogenannte Heimatkennzeichen auf Nummernschildern zulassen. Seitdem können sich Menschen in Sachsen wieder für 45 eigentlich abgeschaffte Buchstabenkombinationen entscheiden - für viele gleichzeitig Nostalgie und Statement. Am häufigsten vergeben sind den Angaben zufolge aktuell KM für Kamenz (75.493), DW für Dippoldiswalde (56.438), DZ für Delitzsch (54.917).
Deutschlandweit sind der Studie zufolge mehr als sieben Millionen Fahrzeuge mit Altkennzeichen unterwegs. Bundesweiter Spitzenreiter ist MO für Moers mit gut 128.000 Vergaben. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 59 Millionen zugelassene Fahrzeuge mit rund 800 verschiedenen Kennzeichen.
Bald noch mehr Kennzeichen?
Nach dem Willen des Bundesrats könnte es künftig noch kleinteiliger zugehen, wenn weitere Kommunen mit mindestens 20.000 Einwohnern eigene Kennzeichen ausgeben sollten. Einen Beschluss hierzu hat die Länderkammer auf Antrag Hessens und Niedersachsens gefällt und zur Umsetzung an die Bundesregierung weitergegeben. Ob diese den Vorschlag umsetzt und wann das passieren könnte, ist bislang nicht bekannt.
Bislang sind vor allem alte, durch Gebietsreformen weggefallene Kennzeichen wieder eingeführt worden. Dabei gab es Einschränkungen - etwa die, dass ein neuer, selbstständiger Kfz-Zulassungsbezirk gegründet werden musste. Das soll nach den Vorstellungen der Länder künftig entfallen.