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Mecklenburg-VorpommernBrand im Nationalpark unter Kontrolle - Frage nach Ursache

20.07.2026, 15:18 Uhr
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Nach einer Woche gilt der Großbrand im Müritz-Nationalpark als unter Kontrolle. Der Einsatz wird schrittweise zurückgefahren. Die Brandursache sorgt für Fragezeichen - auch wegen Auffälligkeiten.

Kratzeburg (dpa/mv) - Der Großbrand im Müritz-Nationalpark ist nach Behördenangaben unter Kontrolle. "Die Sache ist tatsächlich unter Kontrolle, und wir werden dann in Kürze endgültig sagen können: Feuer ist aus", erklärte der Schweriner Umweltminister, Till Backhaus (SPD), eine Woche nach der ersten Meldung des Feuers.

Zuvor hatte sein Ministerium am Morgen zwar schon mitgeteilt: "Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark ist gelöscht". Bei einer Pressekonferenz unweit des Brandgebietes am Vormittag sagte Backhaus aber: "Das Feuer ist noch nicht komplett aus." Erst, wenn die Nachsorge abgeschlossen sei, könne man sagen, es sei "komplett alles aus".

Insgesamt wurden laut Ministerium rund 400 Hektar des 32.200 Hektar großen Müritz-Nationalparks und damit gut ein Prozent der Nationalparkfläche in Mitleidenschaft gezogen. 400 Einsatzkräfte seien im Schichtdienst im Einsatz gewesen. Mit Überflügen wird das Gelände laut Backhaus weiterhin kontrolliert. "Weil wir wissen, wir haben Temperaturen im Boden von 160 bis 120 Grad."

Betreten der Flächen "höchst lebensgefährlich"

Der Landrat der Mecklenburgischen Seenplatte, Thomas Müller (CDU), warnte eindringlich: Die Lage sei im munitionsbelasteten Gebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes wegen der Hitze momentan gefährlicher als vor dem Brand. "Deswegen ist dringend davor zu warnen, diese Flächen zu betreten. Das ist höchst lebensgefährlich." Dennoch komme es immer wieder vor. "Wir haben auch schon Leute gesehen und auch dann entsprechend der Polizei Informationen weitergegeben." Das Betreten sei unverantwortlich.

Personal werde nun deutlich reduziert, so der Landrat. Man werde aber rund um die Uhr vor Ort bleiben und frühestens Mittwoch dazu eine neue Entscheidung treffen. "So lange werden wir auf jeden Fall da sein."

Auch Verteidigungslinien, mit denen um das Brandgebiet herum zur Eindämmung Gebiete gewässert wurden, bleiben laut Müller vorerst bestehen. "Wir haben insgesamt hier circa eine Fläche von 1200 Hektar umstellt, sage ich mal so, mit Kreisregnern oder mit Tanklöschfahrzeugen."

Dank an Einsatzkräfte und Bevölkerung

Die Verantwortlichen dankten den zahlreichen Einsatzkräften auch aus anderen Bundesländern und der Bevölkerung für die Unterstützung und Solidarität, aber auch für das Verständnis etwa für zwischenzeitliche Evakuierungen. "Das zeigt, dass wir in kritischen Situationen zusammenstehen."

Verletzte gab es durch den Brand den Angaben zufolge nicht. "Insofern sind wir hier mit einem, wenn man so will, blauen Auge davongekommen", sagte Backhaus.

Der Leiter des Müritz-Nationalparks, Ulf Zimmermann, zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Natur regenerieren werde: "Viele grüne Inseln sind erhalten geblieben. Von dort aus werden sich Pflanzen und Tiere die betroffenen Flächen Schritt für Schritt zurückerobern."

Frage nach der Ursache

Die Ursache wirft unterdessen weiter Fragen auf. "Was auffällt, ist diese Häufung: innerhalb von drei Wochen zwei Großbrände", sagte Müller.

Erst Ende Juni war ein Brand auf einem munitionsbelasteten, ehemaligen Truppenübungsplatz im Nationalpark bei Neustrelitz ausgebrochen. Mehr als 100 Hektar waren betroffen. Der dortige Einsatz dauerte mehrere Tage. Vor einer Woche war dann der jüngste Brand gemeldet worden.

Die Feuer seien in Gebieten mit absolutem Betretungsverbot entstanden, sagte Müller. "Es ist ja nicht am Rand entstanden durch eine weggeworfene Kippe oder wie auch immer", so der Landrat. Zudem seien die Brände an mehreren Stellen entstanden. Das lasse zumindest fraglich erscheinen, dass die Brände durch Selbstentzündung entstanden seien. Die Polizei ermittle in alle Richtungen. Durch eine Glasscherbe entstehe ein derartiger Brand jedenfalls nicht.

Ermittlungen zu weiteren Bränden, Zusammenhang wird geprüft

Eine Variante sei aber auch, "dass aus welchen Gründen auch immer Phosphormunition sich umsetzt. Und dann ein Brand entsteht", sagte Müller, der nach eigener Aussage auch selbst Feuerwehrmann ist.

Backhaus sagte: "Es gibt Hinweise, dass es gegebenenfalls auch zu Maßnahmen gekommen sein kann." Genauere Angaben dazu machte er nicht.

Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben noch zu weiteren Bränden. Demnach brannten am Sonntag Wiesenflächen sowohl in Wokuhl-Dabelow als auch zwischen Neuhof und Carwitz bei Feldberg. Eine Schäferwiese habe auf einer Fläche mit einem Durchmesser von etwa 30 Metern gebrannt und habe gelöscht werden können. Zwischen Neuhof und Carwitz war den Angaben zufolge eine Fläche von etwa 500 Quadratmetern betroffen. Auch hier konnte das Feuer demnach zügig gelöscht werden. Erneut seien munitionsbelastete Gebiete betroffen gewesen.

Die Ursache sei nicht geklärt. Da weder eine vorsätzliche noch eine fahrlässige Brandstiftung ausgeschlossen werden könne, sucht die Polizei nach Zeugen. Mögliche Zusammenhänge zum Großbrand im Müritz-Nationalpark würden geprüft. "Auch hier dauern die Ermittlungen zur Brandursache an."

Quelle: dpa

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