Mecklenburg-VorpommernDiskussion in MV über Pisa-Ergebnisse

Deutsche Schüler haben bei Pisa erneut schlecht abgeschnitten. Was folgt daraus für Mecklenburg-Vorpommern?
Schwerin (dpa/mv) - Das schwache Abschneiden deutscher Schüler beim jüngsten Pisa-Test bestärkt Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) in ihrer Auffassung, mehr Raum für Mathematik- und Deutschunterricht zu geben. Die Basiskompetenzen müssten gestärkt werden, erklärte die Ministerin.
"Wir brauchen mehr Zeit zum Lernen, Üben und Festigen und eine gezielte Förderung der Schülerinnen und Schüler." Mecklenburg-Vorpommern gehe diesen Weg. "Wir verbessern Deutsch und Mathematik, fördern mit dem Leseband frühzeitig die Lesekompetenz, bauen die Sprachbildung aus und schaffen mehr Möglichkeiten für individuelle Förderung."
Zugleich forderte sie, geplante Kürzungen des Bundes bei Kitas zurückzunehmen. Die Pisa-Ergebnisse zeigten, dass Bildung bereits bei den Kleinen beginne, so Oldenburg.
Kritik an Bildungspolitik aus Opposition
Aus der Opposition kam Kritik an der Bildungspolitik der rot-roten Regierung. Der bildungspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, Enrico Schult, forderte einen Kurswechsel. Die Ergebnisse seien ein "bildungspolitischer Offenbarungseid". Allerdings betrifft die Auswertung der Pisa-Studie Deutschland insgesamt, für einzelne Bundesländer liegen keine Detail-Auswertungen vor.
Der Vorsitzende der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, forderte eine klare Leistungsorientierung in der Schule. Lernstände müssten konsequent erfasst werden. "Wer zurückfällt, muss frühzeitig gezielte Unterstützung bekommen. Das beginnt schon vor der Einschulung." Peters forderte verpflichtende Sprachstandsfeststellungen zwischen dem vierten und fünften Lebensjahr und eine verbindliche Förderung bei festgestellten Defiziten - "so wie es auch die Bundesregierung plant".
Lehrergewerkschaft: Der Bildungsforschung vertrauen
Die Lehrergewerkschaft GEW forderte in der bildungspolitischen Debatte "weniger Gefühl und mehr das Vertrauen auf bildungswissenschaftliche Forschung". Es sei mehr Chancengleichheit nötig und das beginne bereits im Kindergarten. "Kitas müssen wir vorrangig als Bildungsstätten und nicht nur als Betreuungsangebote verstehen", forderte die GEW.
Beim neuen Pisa-Vergleich schneiden Schülerinnen und Schüler in Deutschland so schlecht ab wie nie zuvor. Bestätigt wird zudem die Erkenntnis, dass in Deutschland der schulische Erfolg stärker als in anderen Ländern vom Elternhaus abhängt. Seit 2015 nimmt diese Kluft sogar wieder zu.