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Mecklenburg-Vorpommern Ernte nimmt Fahrt auf: Bauern hoffen auf Verständnis

Ein Landwirt erntet mit seinem Mähdrescher Wintergerste auf einem Feld.

(Foto: Jens Büttner/dpa)

Dicker Traktor voraus: Autofahrer müssen sich im Nordosten streckenweise in Geduld üben. Es ist Erntezeit, und da müssen die Bauern auch mit großem Gerät auffahren. Für verärgerte Drängler haben sie eine Nachricht.

Neubrandenburg (dpa/mv) - Touristen und Einwohner im Nordosten müssen sich wegen der Ernte auf mehr Landmaschinen auf Straßen und damit auf Behinderungen einstellen. Darauf hat der Landesbauernverband angesichts der Getreideernte hingewiesen. Dabei holen die Bauern zuerst Wintergerste, dann Roggen, Weizen sowie Raps und andere Früchte von den Feldern. "Das ist für uns Landwirte der Moment der Wahrheit", sagte Verbandspräsident Detlef Kurreck. "Jetzt holen wir wortwörtlich die Früchte unserer Arbeit ein."

Kündige sich nach Regen wie am vergangenen Wochenende schönes Wetter an, müsse die Zeit optimal genutzt und viel gedroschen werden, auch wegen der Kornqualität. "Das bedeutet, dass Landwirte oft den ganzen Tag und in den späten Abendstunden, am Wochenende oder an Feiertagen mit großen Maschinen fahren."

In der Urlaubssaison berge diese Arbeit durchaus Konfliktpotenzial. "Wenn Leute in die Ferien fahren und erstmal hinter einem langsamen Traktor hinterhertuckern müssen, kann das schon Ärger hervorrufen", sagte Kurreck. Er warb aber um Verständnis für Lärm, Staub und große Fahrzeuge. Die Bauern ernteten nicht "aus Jux und Tollerei": "Wir ernten hier Lebensmittel." Für den Verband sei es wichtig, auch jenen die Landarbeit zu erklären, die keinen direkten Bezug mehr dazu hätten.

In Mecklenburg-Vorpommern begann wegen der Hitze im Juni die Getreideernte früher als üblich. So haben Bauern vor allem im Süden und in der Mitte schon Wintergerste gedroschen. Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad trocknen wasserführende Teile der Pflanze aus. So besteht die Gefahr, dass Ähren bei Gewitter oder Starkregen abbrechen und die prallen Körner verloren gehen. Damit sei die Pflanze "notreif", sagte Kurreck. Normaler Erntebeginn im Nordosten ist um den 5. bis 10. Juli herum.

Wintergerste und Weizen werden in der Regel auf rund 430.000 Hektar im Nordosten angebaut. Mit 180.000 Hektar ist auch Raps wichtig, da dessen Preise auch gestiegen sind. 2021 wurde in MV knapp ein Fünftel des deutschen Rapsertrages geerntet.

Quelle: dpa

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