Mecklenburg-VorpommernFoto-App mit KI soll Bauern und Behörden entlasten

Digitalisierung auf dem Acker: Bauern in MV können künftig ihr Grünland fotografieren und so belegen, wie artenreich es ist. Das soll den Nachweis für EU-Fördermittel vereinfachen.
Schwerin (dpa/mv) - Bauern müssen für Fördermittel aus Brüssel beweisen, dass ihr Grünland artenreich ist - das soll in Mecklenburg-Vorpommern künftig per Foto-App und Künstlicher Intelligenz deutlich einfacher gehen als bisher. Die Landesregierung hat den Weg dafür in der Kabinettssitzung freigemacht, wie die Staatskanzlei mitteilte.
Mindestens vier bestimmte regionale Arten müssen für das Förderprogramm auf den Flächen nachgewiesen werden, wie das Schweriner Agrarministerium erläutert. Bisher mussten die Flächen demnach anhand von Skizzen und festgelegten Begehungslinien dokumentiert und anschließend durch Vor-Ort-Kontrollen überprüft werden.
Bisheriges Verfahren zu aufwendig
"Dieses Verfahren hat sich in der Praxis jedoch als äußerst aufwendig erwiesen", sagte eine Ministeriumssprecherin. "So mussten 2024 aufgrund auffälliger Ergebnisse statt der ursprünglich vorgesehenen 185 schließlich rund 900 Flächen kontrolliert werden." Für 2025 sei die Stichprobe auf rund 2.100 Parzellen ausgeweitet worden - und nach den EU-Vorgaben sei perspektivisch sogar eine Kontrolle sämtlicher beantragter Flächen erforderlich. "Das wären derzeit rund 21.000 Parzellen." Das sei mit der bisherigen Methode personell kaum noch zu bewältigen.
Mit der Foto-App könnten die Landwirte nun die erforderlichen Pflanzen direkt auf der Fläche fotografieren. Grundlage der Pflanzenerkennung sei die Anwendung "Flora Incognita" der Technischen Universität Ilmenau, mit der Mecklenburg-Vorpommern zusammenarbeite. Die App unterstütze die Nutzer dabei, die Pflanzenarten sicher zu bestimmen. "Gleichzeitig erfolgt in der Verwaltung eine automatisierte Plausibilitätsprüfung, die unter anderem kontrolliert, ob die nachgewiesenen Pflanzen entsprechend den Vorgaben auf der Fläche verteilt sind."