Mecklenburg-VorpommernGemischte Reaktionen auf Wahlumfrage

Acht Monate sind es noch bis zur Landtagswahl in MV. Eine Wahlumfrage zeigt leichte Verluste für die AfD und Zugewinne für die SPD. Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf.
Schwerin (dpa/mv) - Die jüngste Wahlumfrage hat acht Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern leichte Bewegung in die Parteienlandschaft gebracht und unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Die Nordost-SPD interpretiert ihren Zuwachs als klare Bestätigung für Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Die laut Umfrage weiter stärkste Partei AfD hält trotz leichten Verlusten an ihrem 40-Prozent-Ziel fest. Die CDU spricht von einer Momentaufnahme.
Nach der vom NDR in Auftrag gegebenen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap käme die AfD auf 35 Prozent der Stimmen, wenn am Sonntag gewählt würde. Im September waren es noch drei Prozentpunkte mehr. Die SPD holte sechs Prozentpunkte auf und kommt in der Sonntagsfrage auf 25 Prozent – bei der Landtagswahl 2021 lag sie noch bei 39,6 Prozent.
Die CDU stagniert bei 13 Prozent, die Linke käme auf 12 Prozent. Das BSW liegt bei 6 Prozent, die Grünen erhielten 4 Prozent der Wählerstimmen. Die FDP wird nicht einzeln aufgeführt. Die Umfrage ist nach Angaben des NDR repräsentativ.
Schwesig: AfD ist eine gefährliche Partei
Die Ergebnisse zeigten, dass es bei der Wahl im September um viel gehe, so Schwesig nach Bekanntgabe der Umfrage. "Es geht um die Frage, in welche Richtung sich Mecklenburg-Vorpommern in den nächsten Jahren entwickelt." In einem Stern-Interview bezeichnete sie die AfD als eine gefährliche Partei, die in Wahrheit gegen die Interessen der Ostdeutschen stehe und beispielsweise gegen den Mindestlohn oder gegen Tariflöhne sei.
Die AfD wertete die leichten Umfrageverluste nicht als Trend. "Wir nehmen die aktuelle Umfrage mit Gelassenheit zur Kenntnis. Genau vor einem Jahr stand die AfD bei 30 Prozent, trotz leichter Verluste stehen wir heute immer noch bei 35 Prozent", sagte AfD-Co-Landeschef Enrico Schult. Es sei nicht auszuschließen, dass das Gerangel um die Spitzenkandidatur zu leichten Verlusten geführt habe. Aber da gebe es nun ein klares Votum der Landespartei.
AfD will beim Kurs 40 Prozent bleiben
Die Stärke der AfD sei der direkte Bürgerkontakt über Infostände und Veranstaltungen. Den werde die Partei intensivieren und wieder Kurs auf die 40-Prozent-Marke nehmen, zeigte sich Schult sicher, der sich vorige Woche gegen den Chef der Schweriner AfD-Landtagsfraktion, Nikolaus Kramer, in einer Kampfabstimmung um Listenplatz eins durchsetze.
Der Vorsitzende und Spitzenkandidat der Nordost-CDU, Daniel Peters, betonte, Umfragen seien stets Momentaufnahmen, die in wenigen Tagen wieder anders aussehen könnten. "Trotzdem wissen wir, dass es jetzt umso mehr darauf ankommt, unsere Ideen für Wirtschaftswachstum, bessere Bildung und eine gute Gesundheitsversorgung ins Gespräch zu bringen." Aus Sicht von Peters droht in MV eine Fortsetzung linker Politik mit drei linken Parteien. Wer Veränderungen wolle, müsse die CDU wählen.
Grüne laut Umfrage bei 4 Prozent
Die erst am vergangenen Wochenende in MV auf Listenplatz von Bündnis 90/Die Grünen gewählte Claudia Müller verwies darauf, dass wenn die Umfrage das Wahlergebnis darstellen würde, es keine stabile demokratische Mehrheit im Landtag gebe. "Dafür wird es uns Bündnisgrüne brauchen. Auch deshalb war der Neustart jetzt richtig und wichtig."
Bei der Landtagswahl 2021 kam die SPD auf 39,6 Prozent, gefolgt von der AfD (16,7), der CDU (13,3), der Linken (9,9), den Grüne (6,3) und der FDP (5,8).
Durchgeführt wurde die Befragung von Infratest dimap im Auftrag des NDR zwischen dem 21. und dem 24. Januar 2026. 1.145 Wahlberechtigte in Mecklenburg-Vorpommern wurden befragt.