Mecklenburg-VorpommernHightech-Cannabisanbau in Ex-Panzerhalle soll bald starten

Die Cannabis-Legalisierung schafft neue Geschäftsfelder. Bei Anklam hat ein Unternehmen große Pläne auf einem ehemaligen Militärgelände. Es gibt aber einen Haken.
Anklam (dpa/mv) - Auf einem ehemaligen Militärgelände bei Anklam will ein Unternehmen High-Tech-Anlagen für Cannabis-Anbauvereinigungen aus Deutschland bereitstellen. Ein erstes computergestütztes Anbaumodul ist weitgehend fertig. "Wir haben sehr viele Nachfragen von Vereinen bundesweit", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Anbaugesellschaft (DAG), Christian Tonn, der Deutschen Presse-Agentur. Als Erster wolle ein Anbauverein aus einem benachbarten Bundesland im Januar auf dem ehemaligen NVA-Gelände starten.
36 ehemalige Panzerhallen bieten laut Tonn 120.000 Quadratmeter Fläche. Die DAG habe sich bislang 13 Hallen mit 40.000 Quadratmetern gesichert. Zu den Anbaumodulen gehören etwa spezielle LED-Lampen, Anbauregale und eine computergestützte Bewässerungs-, Klima- und Nährstoffanlage. Der Zugang ist elektronisch gesteuert, damit nur Vereinsmitglieder in die Anlagen kommen.
Nach der Cannabis-Teillegalisierung in diesem Jahr dürfen nicht kommerzielle Anbauvereinigungen mit bis zu 500 Mitgliedern Cannabis anbauen und zum Konsum an ihre Mitglieder abgeben. Laut Schweriner Umwelt- und Landwirtschaftsministerium könnte die mögliche Ballung von Cannabisanbau ein Problem darstellen. Tonn sagte, jeder Verein habe in Relzow ein räumlich getrenntes Modul und auch nur zu seinem eigenen Zugang. Zudem gebe es die Möglichkeit, dass Vereine die Anbaumodule auch ganz woanders aufbauen könnten.