Mecklenburg-VorpommernKonventionelles Gut erhält WWF-Umweltpreis

Berlin (dpa/mv) - Axel Böttcher vom Gut Groß Voigtshagen (Landkreis Nordwestmecklenburg) ist der deutsche "WWF-Ostseelandwirt 2021". Die Umweltorganisation zeichnet nach eigenen Angaben Landwirte im Einzugsgebiet der Ostsee aus, die das Einspülen von Nährstoffen in die Gewässer mindern und damit zum Schutz des Meeres beitragen. "Gut Groß Voigtshagen zeigt, dass auch ein konventioneller, auf hohe Erträge ausgerichteter Ackerbaubetrieb Maßnahmen für den besseren Schutz von Boden und Gewässern ergreifen kann", teilte der WWF am Mittwoch in Berlin mit. Zuvor hatte die "Schweriner Volkszeitung" berichtet.
Das Team um Axel Böttcher nutze digitale Präzisionstechnik ebenso wie vielfältige Kulturen und Fruchtfolgen, um die eigene Stickstoffbilanz zu mindern. Gewässerrandstreifen von 20 Metern entlang der Fließgewässer und kleine Tümpel, die in den Äckern belassen würden, ergänzten die Bemühungen. Das Gut liegt wenige Kilometer von der Ostsee entfernt.
Die Ostsee ist stark mit Nährstoffen, vor allem Stickstoff und Phosphat, belastet. Die Hälfte davon stammt laut WWF aus der Landwirtschaft. Die Nährstoffe förderten das Massenwachstum von Algen. Sterben diese ab, werden sie laut WWF von Sauerstoff zehrenden Bakterien am Meeresgrund zersetzt. "Es entstehen sauerstofffreie tote Bodenzonen."
Das Gut Groß Voigtshagen bewirtschaftet den Angaben zufolge rund 800 Hektar Acker- und Grünland sowie 300 Hektar Forst im konventionellen Anbau. Angebaut würden Wintergerste, Winterraps, Winterweizen, Silomais, Ackerbohnen und Sommergerste. 25 Hektar Fläche seien als Honigbrache, teils als Pufferstreifen entlang von Gewässern, angelegt.
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