Mecklenburg-VorpommernTüv-Nord-Bericht zeigt Mängel an Aufzügen in MV

Kaputter Notruf, defekte Kabinentüren oder verschlissene Seile: An Aufzügen, die der Tüv Nord in Mecklenburg-Vorpommern untersuchte, gab es 2025 einiges zu bemängeln.
Rostock (dpa/mv) - Rund 64 Prozent der Aufzüge in Mecklenburg-Vorpommern haben bei Überprüfungen durch den Tüv Nord im vergangenen Jahr Mängel aufgewiesen. Bei 12,2 Prozent der 7.650 untersuchten Aufzüge wurden erhebliche Mängel festgestellt, wie aus einer Auswertung der Prüfgesellschaft hervorgeht. Dazu zählen unter anderem verschlissene Seile und Riemen sowie Mängel an der elektrischen Sicherheitseinrichtung wie eine defekte Erdung.
Bei lediglich 0,2 Prozent der geprüften Anlagen ergaben sich laut Tüv gefährliche Mängel. Das sind unter anderem fehlende oder defekte Fangeinrichtungen, defekte Geschwindigkeitsbegrenzer, ein kaputter Notruf sowie defekte Schacht- und Kabinentüren. Die Konsequenz derartiger Mängel könne an Aufzügen die sofortige Stilllegung sein, "da sie eine direkte Gefahr für Leib und Leben darstellen", erläutert der Tüv Nord.
Zu den bei rund 52 Prozent der Aufzüge festgestellten geringen Mängeln zählt der Tüv ausgefallene einzelne Leuchten in der Aufzugkabine, im Schacht oder im Maschinenraum. Auch fehlende oder nicht lesbare Hinweise für die Passagiere zu Tragfähigkeit und Notruf fallen in diese Kategorie. Dem Tüv zufolge gab es im Vergleich von 2024 zu 2025 kaum Veränderungen bei den Quoten.
Bundesweiter Anstieg der Mängel – vor allem wegen Cybersicherheit
Nach dem heute veröffentlichten Anlagensicherheitsreport des Tüv-Verbands für ganz Deutschland wiesen bundesweit knapp zwei Drittel der vom Tüv untersuchten Aufzüge im vergangenen Jahr geringfügige Mängel auf. Das waren mehr als 4 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und fast 22 Prozentpunkte mehr als 2023.
Ein wesentlicher Grund für diesen Anstieg seien Defizite bei der Cybersicherheit, erläuterte der Tüv. "Die Betreiber sind seit mehreren Jahren dazu verpflichtet, entsprechende Schutzmaßnahmen umzusetzen und diese zu dokumentieren", hieß es. Fehle der Nachweis, führe das zu einem geringfügigen Mangel.
Bei mehr als jedem zehnten Aufzug in Deutschland wurden erhebliche Mängel festgestellt, bei 0,8 Prozent gefährliche Mängel. 3.000 dieser Aufzüge wurden unverzüglich stillgelegt, weil sie eine Gefahr für Leib und Leben darstellten. Bundesweit wurden im vergangenen Jahr knapp 723.300 Aufzugsanlagen von den Tüv-Prüfgesellschaften untersucht.