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Mecklenburg-Vorpommern Minister: Holzbranche drohen Sägeverbote wegen FFH-Gebieten

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Malchow (dpa/mv) - Die vor rund 20 Jahren ausgewiesenen FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) stellen Forstwirtschaft und Holzverarbeiter in Mecklenburg-Vorpommern vor große Probleme. Wie Landesagrarminister Till Backhaus (SPD) am Donnerstag in Malchow (Mecklenburgische Seenplatte) sagte, drohen weitere Holzeinschlagverbote, obwohl den Waldbesitzern bei Einführung der EU-Schutzgebiete um 1999 versprochen worden war, dass sich ihre Situation nicht verschlechtern dürfe. Da habe sein Vorgänger damals - Umweltminister Wolfgang Methling (Linke) - den Betroffenen nicht die ganze Wahrheit gesagt, räumte Backhaus bei einem Treffen mit Vertretern der Waldbesitzer, Sägewerke und des Handwerks ein.

Vertreter mehrere Sägewerke und des Tischlerhandwerks hatten zuvor kritisiert, dass das Land seit einigen Jahren seine Einschlagmenge vor allem bei Buchen reduziert habe. Eine Sprecherin eines Sägewerkes aus Templin (Brandenburg) erklärte, dass sie nur noch die Hälfte der sonst üblichen Menge bekomme. Damit sei der Betrieb auf längere Zeit nicht zu erhalten. Laut der Landesforstanstalt geht die verringerte Menge auf die strengen Schutzmaßnahmen und die trockenen letzten Jahre zurück, die vielen älteren Buchen stark zugesetzt hätten.

Backhaus wies darauf hin, dass es eine Klage von Umweltschützern bei der EU zur Umsetzung der Managementpläne bei den FFH-Gebieten gebe. Hier drohten in Kürze hohe Strafzahlungen, ähnlich wie bei der Düngeverordnung. In dem Zusammenhang plädierte der Umwelt- und Agrarminister dafür, dass das Prinzip "Schutz durch Nutzung" von Wäldern heißen müsse. Denn ein "Schutz durch Verzicht" nütze weder der Wirtschaft noch dem Klima. Dann müsse Holz aus anderen Erdteilen importiert werden.

Gerade Laubholz sei ein heimischer Rohstoff und wenn dieser stärker verwendet werde, nutze das auch dem Klima. In Malchow arbeitet eines der modernsten Laubholzsägewerke in Deutschland, in dem 90 Leute beschäftigt sind. Nach Angaben von Backhaus sind im Nordosten 16 000 Menschen in Forst und Holzverarbeitung tätig. Von 550.000 Hektar Wald entfielen 200 000 Hektar auf das Land, das allein 1000 Menschen in den Landesforsten beschäftige.

© dpa-infocom, dpa:210922-99-317880/3

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