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Mecklenburg-VorpommernMüritz unter Eis - größter deutscher Binnensee zugefroren

27.01.2026, 15:03 Uhr
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Eis so weit das Auge reicht: Deutschlands größter Binnensee - die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern - ist zugefroren. Sollte das Eis noch dicker werden, könnten Sägen zum Einsatz kommen.

Waren (dpa/mv) - Die Müritz - Deutschlands größter Binnensee - ist zugefroren. Seit Anfang der Woche hat man die Bestätigung, dass die Eisdecke des Sees geschlossen ist, sagte Domenik Oldenburg vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Elbe, Außenbezirk Waren. Laut WSA Elbe sind auch alle anderen Mecklenburger Oberseen, die miteinander ohne Schleusen verbunden sind und so eine gemeinsame Wasserfläche von 211 Quadratkilometern haben, inzwischen unter Eis. Zuvor hatte der "Nordkurier" berichtet.

Das Randeis sei etwa 20 bis 25 Zentimeter dick, soweit messbar. Zur Frage, ab wann man das Eis betreten könne, wollte die für Schifffahrt zuständige Behörde keine Aussage treffen. "Generell ist von einer Begehung von Eisflächen auf Seen aber dringend abzuraten!"

Vor 30 Jahren mit dem Auto auf dem Eis

Die Müritz ist den Angaben nach etwa 113 Quadratkilometer groß. Die Binnenmüritz habe eine Maximaltiefe von etwa 30 Metern. Ansonsten sei der See deutlich flacher. Früheren Angaben zufolge war die Müritz zuletzt 2021 zugefroren.

Vereinzelt gibt es nach Aussage Oldenburgs noch offene Stellen, etwa an Einmündungen oder unter Brücken. An solchen Engstellen etwa an der Mündung zwischen Kölpinsee und Müritz gebe es zum einen eine stärkere Strömung. Auch würden sich an derartigen Stellen Wasservögel tummeln auf der Suche nach Futter und durch ihre Bewegung und Wärme die Stellen offenhalten.

"Das ist wirklich in den letzten Jahren selten passiert, gerade auch, dass die Müritz komplett zugefroren ist", sagte Sebastian Paetsch, Präsident und Geschäftsführer vom Landesfischereiverband Mecklenburg-Vorpommern. Er könne sich noch an sehr dickes Eis auf der Müritz erinnern, etwa im Winter 1995/1996. "Da hatten wir sogar so dickes Eis auf der Müritz, dass Leute mit dem Auto unterwegs waren." Bis zu einem halben Meter dick sei das Eis damals gewesen.

Eis für den Fischbestand kein Problem

Für die Fische sei das Eis aktuell kein Problem. "Wenn es jetzt vier Monate, fünf Monate zugefroren wäre, dann wäre das eine andere Situation." So wirke es eher "beruhigend" für den Fischbestand, etwa wegen des Schutzes vor Kormoranen.

Eisfischerei sei kein großes Thema mehr. Die Fischer nutzten die Zeit, um sich um ihr Material zu kümmern oder für Urlaub im Warmen. Zudem fehlten die Touristen und damit auch die Nachfrage nach frischem Fisch. Aber Eisangler nutzten die Bedingungen. Er wisse von "ganz Verrückten, die sind schon seit zwei Wochen unterwegs tatsächlich, also als die kleineren Seen erst zugefroren waren und die größeren noch zum Teil offen waren."

Viele Angler hätten allerdings nicht mehr die notwendigen Materialien wie Eisbohrer und Eisangeln. "Jetzt sind sie wahrscheinlich kaum zu bekommen und wenn, dann sehr teuer. Und man muss natürlich immer – das ist das Allerwichtigste – auf die Sicherheit achten", mahnte Paetsch. "Kein Fisch ist es wert, sein Leben zu riskieren."

Eissägen stehen parat

Damit sich eine geschlossene Eisdecke bildet, muss laut Oldenburg zunächst einmal die Wassertemperatur entsprechend sinken. Das dauere länger als bei der Luft. Dann sollte es "nicht unbedingt wahnsinnig windig" und schließlich natürlich auch frostig sein. Die Eisdecke wachse zudem schneller, wenn kein isolierender Schnee auf ihr liege.

Zum Schutz vor Schäden würden ab einer bestimmten Dicke Anlagen am Ufer freigeschnitten, sagte Oldenburg. Sein Team sei "schon in den Startlöchern" und achte darauf, dass die Geräte einsatzfähig sind. Wenn das Eis taue, könne es sich verschieben und so etwa Bootsschuppen beschädigen.

Wie lange das Eis besteht, hängt laut Oldenburg von vielen Faktoren ab. Dazu zählen natürlich die Temperaturen, aber auch, ob gegebenenfalls Wind oder auch Regen dem Eis zusetzt. "Da kann man keine Prognose abgeben."

Quelle: dpa

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