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Rheinland-Pfalz & SaarlandWie wollen wir altern? Kommission betont Selbstbestimmung

27.01.2026, 16:30 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa)

Altern in Würde und ein selbstbestimmtes Sterben: Das ist wichtig, findet die Bioethik-Kommission. Selbstbestimmung sei auch entscheidend dabei, was jemand über seine Gesundheitsrisiken wissen wolle.

Mainz (dpa/lrs) - Vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse in der Medizin und einer älter werdenden Gesellschaft hat sich die Bioethik-Kommission des Landes Rheinland-Pfalz mit rechtlichen und ethischen Fragen rund um das Altern beschäftigt. In ihrem Bericht, den sie in Mainz vorstellte, rückt die Kommission vor allem die Wichtigkeit der Selbstbestimmung in den Mittelpunkt - und das an gleich mehreren Stellen.

Betont wird etwa, niemand dürfe gezwungen werden, auf Erkenntnisse einer zunehmend präventiven Medizin zurückzugreifen, was beispielsweise individuelle Risiken für künftige Erkrankungen angeht. Unterstrichen wird in dem Bericht der Kommission unter dem Vorsitz von Justizminister Philipp Fernis (FDP) auch, dass das Alter niemals ein Kriterium sein dürfe bei der Verteilung begrenzter Ressourcen im Gesundheitssystem. Aufgegriffen wird auch das Thema selbstbestimmtes Sterben. Der Grundsatz "Im Zweifel für das Leben" müsse durch den gleichrangigen Grundsatz "Im Zweifel für die Würde" ergänzt werden, hieß es.

Bericht soll Angebot an Politik sein

Die Bioethik-Kommission tritt immer mal wieder in wechselnder Besetzung zu bestimmten Fragen zusammen und berät die Landesregierung. Mit dem Thema "Wie wir in Zukunft altern – Ethische und verfassungsrechtliche Dimensionen biomedizinischer Innovation in der Alternsforschung" beschäftigte sie sich seit Januar 2024. Ihre Berichte drehen sich auch um Bereiche, die weit in Bundes- und Europarecht hineinreichen. Bindend sind die Empfehlungen der Kommission freilich nicht.

Der Bericht sei ein Angebot an die Politik, ohne selbst politisch zu sein, sagte der Verfassungsrechtler Friedhelm Hufen, der schon mehrfach Teil der Kommission war, auch diesmal.

Teil der Kommission war auch der Philosophie-Professor Carl Friedrich Gethmann. Er sagte, die Politik werde sich in den kommenden Jahren zwangsläufig mit dem Altern und damit zusammenhängenden ethischen und rechtliche Fragen auseinandersetzen müssen. Insofern habe er keine Angst, dass die Kommission mit dem Bericht "brotlose Kunst" geschaffen habe.

Quelle: dpa

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