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Mecklenburg-VorpommernRechtsextreme deutlich in Unterzahl bei Aufmarsch in Demmin

08.05.2026, 20:55 Uhr
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Viele Menschen stellen sich in Demmin erneut dem Schweigemarsch von Rechtsextremen entgegen. Die Beteiligung an der Gegendemo ist nach dem Rekordjahr 2025 erneut hoch.

Demmin (dpa/mv) - Bei ihrem alljährlichen Aufmarsch in Demmin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) sind Rechtsextreme deutlich in der Unterzahl geblieben im Vergleich zu den Gegendemonstranten. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Aufzugs der rechtsextremen Partei Die Heimat (vormals NPD) am Abend auf etwa 300. Die Teilnehmerzahl einer Gegendemonstration schätzte die Polizei auf etwa 1.200. Das "Aktionsbündnis 8. Mai Demmin", das den Gegenprotest organisiert, sprach von etwa 1.500 Teilnehmern.

Unter anderem mit Dutzenden Bussen waren die Teilnehmer der Gegendemo angereist, nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern. Eine derartige Mobilisierung hatte es nach Angaben des Aktionsbündnisses erstmals im vergangenen Jahr gegeben. Damals hatte die Zahl der Demonstranten ein Rekordniveau erreicht, die Polizei sprach von rund 290 Menschen auf der Seite der Rechtsextremen und etwa 2.000 Gegendemonstranten. Das Aktionsbündnis hatte die Teilnehmerzahl deutlich höher angegeben.

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, mit unzähligen Bereitschaftspolizisten, einem Hubschrauber, Wasserwerfern und sogar Booten auf dem Wasser. Gegner des rechten Aufmarsches ließen sich an unterschiedlichen Orten zu Sitzblockaden nieder. Die Polizei leitete die Rechten während ihres Aufzugs von einer Hauptstraße im Zentrum herunter, in Sicht- und Hörweite an Gegendemonstranten vorbei, aber abgetrennt durch Polizeifahrzeuge. Über Nebenstraßen wurde der Aufzug zur Peene geleitet, wo die Rechten eine Kundgebung abhielten in Hörweite auch dortigen Gegenprotests.

1945 Massensuizid in Demmin

Vor 81 Jahren - am 8. Mai 1945 - war die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht in Kraft getreten. Im Zeitraum von Ende April bis Anfang Mai 1945 kam es laut Historikern zu einem Massensuizid in Demmin, bei dem sich Hunderte Menschen aus Angst vor der Roten Armee selbst töteten. Seit Jahren ziehen am 8. Mai Rechtsextreme schweigend durch Demmin.

Das "Aktionsbündnis 8. Mai Demmin" sieht darin den Versuch, die Geschehnisse in Demmin zu instrumentalisieren und den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus gezielt umzudeuten.

Quelle: dpa

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