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Mecklenburg-VorpommernDemmin: Erneut reger Zulauf zu Demo gegen rechten Aufmarsch

08.05.2026, 17:56 Uhr
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Viele Menschen stellen sich in Demmin erneut dem Schweigemarsch von Rechtsextremen entgegen. Es zeichnet sich eine ähnliche Beteiligung wie im Rekordjahr 2025 ab. Im Rahmenprogramm gibt es ein Novum.

Demmin (dpa/mv) - In Demmin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) haben sich erneut zahlreiche Menschen versammelt, um gegen den jährlichen Aufmarsch von Rechtsextremen zu demonstrieren. Nach einer ersten Polizeischätzung versammelten sich am späten Freitagnachmittag etwa 1.200 Menschen am Demminer Bahnhof für einen Protestzug durch die Stadt. Weitere Menschen befänden sich auf der Anreise.

Unter anderem mit Dutzenden Bussen reisten die Teilnehmer an, nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern. Eine derartige Mobilisierung hatte es nach Angaben des "Aktionsbündnisses 8. Mai Demmin", das den Gegenprotest organisiert, erstmals im vergangenen Jahr gegeben. 2025 hatte die Zahl der Demonstranten ein Rekordniveau erreicht.

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Der Aufzug der rechtsextremen Partei Die Heimat (vormals NPD) wurde für den Abend erwartet.

Im vergangenen Jahr hatten nach Polizeiangaben auf der Seite der Rechtsextremen rund 290 Menschen und auf der Gegenseite etwa 2.000 Menschen an Protesten teilgenommen. Das Aktionsbündnis hatte die Teilnehmerzahl deutlich höher angegeben.

1945 Massensuizid in Demmin

2025 jährte sich das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa zum 80. und in diesem Jahr zum 81. Mal. Am 8. Mai 1945 war die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht in Kraft getreten. Im Zeitraum von Ende April bis Anfang Mai 1945 kam es laut Historikern zu einem Massensuizid in Demmin, bei dem sich Hunderte Menschen aus Angst vor der Roten Armee selbst töteten. Seit Jahren ziehen am 8. Mai Rechtsextreme schweigend durch Demmin.

Das "Aktionsbündnis 8. Mai Demmin" sieht darin den Versuch, die Geschehnisse in Demmin zu instrumentalisieren und den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus gezielt umzudeuten.

In diesem Jahr werden die Gegendemos von einem mehrtägigen Protest- und Aktionscamp in einem nahe gelegenen Industriegebiet begleitet, das laut Aktionsbündnis bereits ab Mittwoch aufgebaut wurde und bis Sonntag bestehen sollte. Es bietet demnach einen Ort zum Campen, aber auch zur Vernetzung und für Workshops.

Quelle: dpa

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