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Mecklenburg-VorpommernRostock treibt Planung für EEW-Erweiterung im Hafen voran

04.03.2026, 19:03 Uhr
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Der Monopile-Hersteller EEW braucht für seine Produktion künftig weitere Flächen in Rostock. Die Stadt will helfen und bekommt dabei Rückenwind von der Bürgerschaft.

Rostock (dpa/mv) - Die Rostocker Bürgerschaft hat grünes Licht für eine weitere Flächenprüfung gegeben, um dem im Überseehafen ansässigen Unternehmen EEW SPC eine geplante Produktionserweiterung für Monopiles zu ermöglichen. Die riesigen Gründungspfähle mit einem Durchmesser von zwölf Metern werden für Offshore-Windturbinen gebraucht. Für die Firmenerweiterung kommt auch ein Teil des mehrere hundert Jahre alten Naturwaldes Swienskuhlen in der Nähe des Unternehmens infrage.

In einem interfraktionellen Antrag wurde Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) bei der Sitzung am Abend aufgefordert, auch die dafür erforderliche Teilaufhebung des geschützten Landschaftsbestandteils vorzubereiten. Die geplante EEW-Erweiterung von bis zu 40 Hektar betrifft Waldflächen, von denen etwa 14 Hektar hochwertiger Mischwald im Bereich der Swienskuhlen gerodet beziehungsweise umgewandelt werden müssen. Das Land MV ist Eigentümerin der Waldfläche.

Deutliche Kritik kam von der Umweltschutzorganisation Bund: "Wir sind fassungslos darüber, dass unsere Entscheidungsträger in der heutigen Zeit die Teilrodung eines uralten Waldes vorantreiben", hieß es in einer Mitteilung. Der Waldstandort existiere seit der letzten Eiszeit und sei noch so arten- und strukturreich, dass er an anderer Stelle nicht mal in Jahrhunderten ersetzt werden könnte.

Trend zu größeren Monopiles

Im Grundsatz waren sich allerdings alle Bürgerschaftsabgeordneten einig, die Erweiterung zu ermöglichen. Mit bis zu 15 Meter Durchmesser gehe der Nachfragetrend bei den Monopiles hin zu deutlich größeren Elementen, die in dem vorhandenen EEW Werk nicht produziert werden könnten, hieß es zur Begründung in dem Antrag von Linke, CDU, SPD und FDP/Unabhängige.

Eine Standorterweiterung um bis zu 40 Hektar bis 2028 sei damit unvermeidlich, ansonsten drohte ein Weggang des Unternehmens mit drastischen Folgen für Beschäftigung und Einnahmen der Gewerbesteuer. Oberbürgermeisterin Kröger wollte das Votum als grundsätzliches Signal an die Stadtverwaltung verstanden wissen, die Planungen in dem "sehr komplexen Verfahren" fortzusetzen. Ein Antrag der Grünen, die einen Alternativvorschlag für eine Fläche im Überseehafen explizit in den Prüfauftrag aufnehmen wollten, wurde abgelehnt.

Quelle: dpa

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