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Mecklenburg-Vorpommern Studie: Corona-Dunkelziffer bei Kindern weiter niedrig

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Wiederholt wurde die Bedeutung von Schulen und Kitas für die Pandemie diskutiert. Laut einer Untersuchung aus Vorpommern ist die Corona-Dunkelziffer bei Kindern und Jugendlichen dort weiter niedrig.

Greifswald (dpa/mv) - Laut einer Studie der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) ist die Zahl unerkannter Corona-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen in Vorpommern weiterhin niedrig. Auch der Schul- oder Reisebetrieb während der Herbstferien hat demnach nicht zu einem deutlichen Anstieg unerkannter Corona-Infektionen geführt. "Wir würden weiterhin sagen, wir haben eine wirklich niedrige Dunkelziffer von vielleicht zwei Prozent", sagte Almut Meyer-Bahlburg auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Oberärztin der Kinderklinik der UMG leitet das Projekt.

Seit Ende 2020 prüfen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Blutproben, die bei Untersuchungen von Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren anfallen, auf Antikörper. Die Studien-Teilnahme erfolgt nach Zustimmung der Eltern beziehungsweise der Jugendlichen. Die UMG kooperiert dazu mit Krankenhäusern in Pasewalk, Stralsund, Anklam, Demmin, Bergen und zwei Praxen in Greifswald. Die Erhebung sei weitgehend repräsentativ.

Bis Mitte Dezember waren laut Meyer-Bahlburg 810 Proben von 779 Probanden ausgewertet. Davon seien 60 positiv gewesen. Bei 19 stammten die Antikörper von einer Impfung, bei 15 sei die Infektion bereits diagnostiziert gewesen und 10 hätten Kontakt zu Infizierten gehabt. Bei 16 sei die Infektion gänzlich unerwartet gewesen. Bereits bis August war die Zahl niedriger als erwartet ausgefallen.

Meyer-Bahlburg hätte erwartet, "dass sich doch viele in der Schule anstecken und dann ohne Symptome eben eine Infektion durchmachen." Sie werte die niedrige Dunkelziffer als Zeichen, dass die Corona-Schutzmaßnahmen wirken. Auf Basis der bis dahin ausgewerteten Proben deute sich zuletzt tendenziell ein leichter Anstieg an. "Aber das haben wir noch nicht statistisch bewiesen."

Die Erhebung soll nach jetzigen Stand noch bis etwa Sommer kommenden Jahres weiterlaufen, auch um den Einfluss der Omikron-Variante zu erfassen. Am Ende sollen die Probe auch auf Varianten untersucht werden, um die Entwicklung diesbezüglich nachzuzeichnen.

Teil der Untersuchung ist ein Fragebogen mit dem die Belastung in der Corona-Pandemie abgefragt wird. Eltern gaben demnach an, vor allem durch Kita-Schließungen, Homeschooling, Einsamkeit oder die Erkrankung Angehöriger belastet zu sein. "Eigene Erkrankung wird zumindest deutlich weniger gefürchtet, als die Erkrankung der Angehörigen." Auf einer Belastungsskala von eins (wenig belastet) bis sechs (sehr stark belastet) gab die Mehrheit der Eltern und Kinder Werte zwischen drei und sechs an.

© dpa-infocom, dpa:211231-99-550292/2

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