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Niedersachsen & Bremen80 Millionen Schmuggel-Zigaretten – Vier Männer in U-Haft

17.06.2026, 12:24 Uhr
Bei-dem-Einsatz-vom-20-bis-22-Mai-wurden-den-Angaben-zufolge-13-Lagerhallen-und-Wohnungen-in-Nordrhein-Westfalen-Hessen-und-Rheinland-Pfalz-durchsucht

Zollfahnder heben eine illegale Zigarettenfabrik aus und sichern in mehreren Bundesländern fast 20 Millionen Schmuggel-Zigaretten. Vier Männer sitzen in U-Haft – der Steuerschaden ist riesig.

Hannover (dpa/lni) - Der Zoll hat bei einem großangelegten Einsatz in mehreren Bundesländern eine illegale Zigarettenfabrik ausgehoben und fast 20 Millionen unversteuerte Zigaretten beschlagnahmt. Zudem seien in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz mehr als 16 Tonnen Tabak, Vormaterialien für die Herstellung sowie rund 75.000 Euro Bargeld sichergestellt worden, teilte das Zollfahndungsamt Hannover mit. Der Einsatz fand bereits im Mai statt. Die Ermittlungen laufen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld.

Steuerschaden bei rund 5,4 Millionen Euro – vier Festnahmen

Der Steuerschaden liegt demnach bei rund 5,4 Millionen Euro. Vier Männer im Alter zwischen 25 und 54 Jahren wurden demnach festgenommen. Das zuständige Amtsgericht Bielefeld ordnete Untersuchungshaft an. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld wirft den Männern vor, für Herstellung und Verkauf der unversteuerten Zigaretten verantwortlich gewesen zu sein.

Bei dem Einsatz vom 20. bis 22. Mai wurden den Angaben zufolge 13 Lagerhallen und Wohnungen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz durchsucht. Im Mittelpunkt stand ein ehemaliges Fabrikgelände in Staudt in Rheinland-Pfalz. Dort fanden die Ermittler eine illegale Produktionsanlage sowie große Mengen Tabak, Filter, Papierhülsen und Verpackungsmaterial.

Immobilie war professionell gegen Geräusche gedämmt

In einer Lagerhalle in Ahlen in Nordrhein-Westfalen wurden rund zehn Millionen unversteuerte Zigaretten entdeckt, weitere rund neun Millionen auf einem landwirtschaftlichen Anwesen bei Rüsselsheim in Hessen.

Nach Angaben des Zolls gehen die Ermittler inzwischen davon aus, dass die Beschuldigten bundesweit mehr als 80 Millionen Zigaretten umgeschlagen haben könnten. Zumindest ein Teil davon stamme mutmaßlich aus der sichergestellten Produktionsanlage. Die Immobilie sei aufwendig ausgebaut, professionell gegen Geräusche gedämmt und mit einer Videoüberwachungsanlage ausgestattet gewesen.

Mindestens elf Arbeiter länger in den Räumen eingeschlossen

Mindestens elf Arbeiter sollen nach bisherigen Erkenntnissen über längere Zeit unter fragwürdigen Lebensbedingungen in den Räumen eingeschlossen gewesen sein, damit die Produktion bislang unentdeckt blieb. An dem Einsatz waren mehr als 120 Kräfte beteiligt, darunter Spezialeinheiten des Zolls, Polizeikräfte und das Technische Hilfswerk. Die Ermittlungen dauern an.

Quelle: dpa

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