Niedersachsen & BremenElf Jahre Haft - Mann tötet neuen Freund der Ex-Partnerin

Der Mann bedrohte und attackierte den neuen Partner seiner Ex-Freundin auf offener Straße. Das Opfer starb einen Tag später. Die Staatsanwaltschaft plädierte auf Mord. Das Gericht sieht das anders.
Bremen (dpa/lni) - Wegen der Tötung des neuen Freundes seiner Ex-Partnerin muss ein 29-Jähriger für elf Jahre ins Gefängnis. Da das Landgericht Bremen kein Mordmerkmal erkannte, verurteilte es den Vater von zwei Kindern wegen Totschlags. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Mordes auf eine lebenslange Haftstrafe plädiert. Die Frage nach dem Motiv für die Tat sei nicht leicht zu beantworten, sagte der Vorsitzende Richter.
Der angeklagte Deutsche sei auf den neuen Freund eifersüchtig gewesen. Zum einen habe er die Mutter seiner Kinder wieder für sich gewinnen wollen. Zum anderen habe er sich um das Wohl seiner Kinder Sorgen gemacht. Ihm sei der Drogenkonsum des neuen Partners ein Dorn im Auge gewesen. Am Tattag im November 2025 habe er sich mit dem späteren Opfer auf einer Straße im Stadteil Vahr verabredet, um es einzuschüchtern. Dadurch habe er sich erhofft, dass der 34-Jährige sich künftig von der Frau fernhalte.
Als er seinem Gegenüber ein Messer gezeigt habe, habe sich dieses davon nicht beeindrucken lassen. In dem Moment habe der 29-Jährige den Beschluss gefasst, auf den Mann einzustechen, so das Gericht. Das Opfer starb einen Tag später an seinen schweren Verletzungen.