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Niedersachsen & Bremen Konferenz weist auf Situation von Hartz-IV-Beziehern hin

Dreiundzwanzig Euro-Cent. Foto: Stefan Jaitner/dpa/Symbolbild

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Hannover (dpa/lni) - Die Landesarmutskonferenz will mit einer Protestaktion auf die schwierige Situation von Hartz-IV-Beziehern während der Corona-Pandemie hinweisen. Wie die Landesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege am Samstag in Hannover mitteilte, soll am Montag in der Innenstadt der Landeshauptstadt eine Hartz-IV-Tafel-Installation aufgebaut werden.

Der Geschäftsführer der Landesarmutskonferenz, Klaus-Dieter Gleitze, wies darauf hin, dass die Preise für frische Lebensmittel als Folge von Corona zum Teil deutlich gestiegen seien. Da Hartz-IV-Bezieher rechnerisch nur 5,02 Euro pro Tag für Lebensmittel zur Verfügung haben, seien derartige Preiserhöhungen für sie ein massives Problem. "Vor diesem Hintergrund ist die geplante Regelsatz-Erhöhung für 2021 um 7 Euro auf 439 Euro für Alleinlebende eine Zumutung. Das entspricht 23 Cent pro Tag: ein Ei", sagte Gleitze.

Unter anderem fordert die Landesarmutskonferenz ein einmaliges Corona-Geld in Höhe von 1000 Euro für Arme zur Deckung von Corona-Sonderausgaben, die Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze und Grundsicherung um 100 Euro sowie kostenlose Corona-Masken und -Tests für Arme.

Die Armutsgefährdungsschwelle lag 2019 in Niedersachsen bei einem Einpersonenhaushalt laut Statistischem Landesamt bei 1049 Euro, was 60 Prozent eines mittleren Einkommens entspricht. Fast jeder Sechste in Niedersachsen sei armutsgefährdet, das entspreche 1,26 Millionen Menschen, warnt die Landesarmutskonferenz.

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