Niedersachsen & BremenMeyer Werft macht fast 384 Millionen Euro Verlust

Die Meyer Werft steckt weiter tief in den roten Zahlen. Der Umsatz steigt zwar kräftig, doch unprofitable Altaufträge belasten erneut die Bilanz.
Papenburg (dpa/lni) - Die Meyer Werft hat das vergangene Jahr trotz eines deutlichen Umsatzanstiegs erneut mit einem hohen Verlust abgeschlossen. Unter dem Strich stand ein Minus von rund 384 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Im Vorjahr hatte der Verlust noch rund 569 Millionen Euro betragen.
Auch operativ blieb der Schiffbauer deutlich in den roten Zahlen. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank den Angaben zufolge von rund 528 Millionen auf rund 252 Millionen Euro. Die Werft begründete das Minus vor allem mit Rückstellungen für erwartete Verluste aus älteren, nicht profitablen Aufträgen.
Umsatz verdoppelt dank "Asuka III" und "Disney Destiny"
Der Umsatz stieg von rund 1,4 Milliarden auf rund 2,8 Milliarden Euro. Dazu trugen insbesondere die Auslieferung der Kreuzfahrtschiffe "Asuka III" und "Disney Destiny" in Papenburg sowie zweier Binnenfahrgastschiffe der Neptun Werft bei. Zudem wurde am Standort Wismar ein Kreuzfahrtschiff umgebaut. Die Zahlen der beiden Jahre seien wegen gesellschaftsrechtlicher Umstrukturierungen im Jahr 2024 allerdings nur eingeschränkt vergleichbar, hieß es.
Für das laufende Jahr stellt das Management eine weitere Verbesserung in Aussicht. Obwohl in diesem Jahr kein Kreuzfahrtschiff ausgeliefert werden soll, erwartet sie beim Ebitda eine Entwicklung in Richtung eines ausgeglichenen Ergebnisses. Erreicht werden soll dies unter anderem durch geringere Material- und Personalkosten sowie effizientere Abläufe. Die Werft beziffert den erwarteten jährlichen Effekt ihrer Spar- und Effizienzmaßnahmen mittelfristig auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag.
Finanzierungsbedarf im Sanierungszeitraum bis Ende 2028 gedeckt
Nach Angaben des Unternehmens bestätigte ein Gutachter, dass die Werft ihren vereinbarten Sanierungspfad einhält. Der Finanzierungsbedarf sei im Sanierungszeitraum bis Ende 2028 durch zugesagte Eigen- und Fremdkapitalmittel gedeckt. Als Grundlage für den weiteren Sanierungskurs nennt die Werft profitabler kalkulierte Neuaufträge für Kreuzfahrtschiffe, den Einstieg in den Bau von Konverterplattformen in Rostock und die Nachfrage nach Binnenfahrgastschiffen.